Schulstreiks: Totgesagte leben länger

Archivbild: © Fridays for Future Deutschland

Die internationale Fridays-For-Future-Bewegung setzt ihre Aktivitäten im Netz fort

Ein großes Boulevard-Blatt fragt zwar schon frohlockend, ob die Coronakrise die Jugendbewegung Fridays For Future zerstört, doch davon kann, wie ein Blick auf Twitter und Instagram verrät, keine Rede sein. Auch am vergangenen Freitag wurde der #ClimateStrike online fortgesetzt und außerdem nutzt man die Zeit der in vielen Ländern geschlossenen Schulen, der Kontaktverbote und Ausgangssperren, um sich und andere in Webinaren weiterzubilden.

Natürlich haben die Themen meisten etwas mit der Klimakrise und der politischen Auseinandersetzung um diese zu tun. So geht es mal um "Landwirtschaft und Klimagerechtigkeit“, mal um "Wirtschaftshilfen in der Coronakrise" und mal um "100% Erneuerbare – Wie geht das?".

Ansonsten wird der Protest fürs erste ins Internet verlagert. Dafür malen sich die Beteiligten Schilder mit ihren Botschaften, lichten sich ab und stellen die Aufnahmen auf Medien wie Twitter oder Instagram ein. So geschehen am gestrigen Freitag unter anderem in Kampala, Uganda, in Wien, Österreich, im türkischen Istanbul und in verschiedenen polnischen Städten.

Greta Thunberg war natürlich auch mit von der Partie. Immer wieder wird dabei auf den Schildern und in Stellungnahmen deutlich, dass für viele auch die gegenwärtige Pandemie eine wichtige Rolle spielt, deren Folgen Allianz-Chef Oliver Bäte mit der Explosion eines Atomkraftwerks vergleicht.

Bäte wählte den GAU-Vergleich um zu begründen, weshalb seine Versicherung trotz prall gefüllter Kassen nicht für Betriebsstilllegungen in Folge der Coronakrise zahlen will. Die Schüler treibt hingegen mit ihrem #NetzstreikFuersKlima eher die Sorge um die Zukunft und ihre Nachbarn und Mitmenschen auf dem ganzen Planeten um, wie nicht zuletzt die Selfies deutscher Schülerinnen und Schüler etwa aus Halle oder aus Heidelberg zeigen.

"Krisen ernst nehmen" und "Grenzenlose Solidarität" ist auf ihnen zum Beispiel zu lesen. Der in diesem Zusammenhang verwendete Hashtag #LeaveNoOneBehind verweist auf eine Initiative, die dazu auffordert, sich in der Corona-Krise auch um die an den Rand gedrängten Menschen der globalen Gesellschaft zu kümmern.

Das heißt zum Beispiel, sich um die hiesigen Obdachlosen zu kümmern oder diejenigen, die unter unbeschreiblich erbärmlichen und angesichts der Pandemie besonders gefährlichen Bedingungen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln leben müssen.