Schulstreiks: Unterstützung von den Gewerkschaften

Fridays for Future in Uganda. Bild: Leah Namugerwa

Schüler gehen weiter für Klimschutz auf die Straße. Internationaler Aktionstag am 20. September

Die internationale Schulstreikbewegung Fridays For Future geht in ihre 51. Woche. In Deutschland wird seit letztem Dezember gestreikt. Am heutigen Freitag gingen hierzulande in 30 Städten Schüler auf die Straße, darunter in Berlin, Ravensburg, Osnabrück, Jena, Weilburg, Lübeck, Frankfurt am Main und Zwickau. Meist fanden die Veranstaltungen außerhalb der Schulzeit statt, denn in vielen Bundesländern sind noch Schulferien.

Schon am gestrigen Donnerstag hatte es in 17 deutschen Städten spontane Schülerdemos gegeben. Anlass war die Veröffentlichung eines Sonderberichts des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, Zwischenstaatlicher Ausschuss für Fragen des Klimawandels), in dem dieser den Wissenstand über den Zusammenhang zwischen Landnutzung und Klimawandel zusammenfasst.

Die Diagnose ist erwartungsgemäß alarmierend. Durch vielfältige Belastungen, zu denen der Klimawandel einen wichtigen Beitrag liefert, setzen Erosion und andere Formen des Humusverlusts den Ackerböden und Weiden schon jetzt derart zu, dass der Abbau zum Teil schneller als die natürliche Neubildung fruchtbarere Böden vor sich geht.

Weltweit beteiligten sich unterdessen am heutigen Freitag nach einer Aufstellung auf der internationalen Seite der Fridays-for-Future-Bewegung in 102 Länder und 749 Städte Schüler an Aktionen für mehr Klimaschutz. Auch in Lausanne ging man auf die Straße.

Dorthin hatte der sehr aktive Schweizer Ableger der internationalen Bewegung zu einem Europa-Treffen der jungen Klimaschützer eingeladen, das am heutigen Freitag zu Ende ging. Über 450 Teilnehmer aus 38 Ländern wurden gezählt.

Der Kongress habe gezeigt, dass die FFF-Bewegung über die Sommerferien stärker geworden sei, heißt es in einer zum Abschluss verbreiteten Presseerklärung. Auf der einen Seite müsse die Bewegung die Notbremse ziehen, in dem sie mit Mitteln des zivilen Ungehorsams gegen die Untätigkeit der Regierungen vorgehe. Zum anderen suche sie aber auch Wege zu einer nachhaltigen Gesellschaft.

Der nächste Schritt werde eine internationale Mobilisierung Ende September sein. Rund um den UN-Sondergipfel zum Klimaschutz in New York solle es dann vom 20. bis zum 27.9. eine Streik- und Aktionswoche geben.

In Deutschland wird es am 20. September zum Auftakt in vermutlich über 100 Städten Demonstrationen und Streiks geben. Auch Berufstätige werden von den Schüler ausdrücklich aufgerufen, sich zu beteiligen.

Aus den hiesigen Gewerkschaften kommen dazu erstaunlich positive Signale. Zwar mag man nicht zum Streik aufrufen, da die Apparate das aus den 1950er Jahren stammende gerichtliche Verbot politischer Streiks verinnerlicht haben.

Allerdings fordert Frank Bsirske, Vorsitzender Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, laut Spiegel seine Mitglieder auf, sich an den Demos zu beteiligen. Wer kann, solle sich frei nehmen. Er wolle auch kommen.

Vom Gewerkschaftsdachverband DGB gibt es ebenfalls Unterstützung, wie die Zeit berichtet. Die Politik müsse beim Klimaschutz aufs Tempo drücken. Die regionalen und lokalen Kontakte mit der Schülerbewegung sollen ausgebaut werden.