"Schwarzes Budget" der US-Geheimdienste geleakt

CIA liegt mit 14,7 Milliarden Dollar vor NSA mit 10,8

Der NSA-Whistleblower Edward Snowden hat der (unlängst von Jeff Bezos gekauften) Tageszeitung Washington Post möglicherweise bereits im Mai dieses Jahres ein 178-seitiges Dokument zukommen lassen, aus dem hervorgeht, wie viel Steuergeld die insgesamt 16 US-amerikanischen Geheimdienste mit zusammengerechnet über 100.000 Angestellten jeweils für sich beanspruchen. Diese Information, das "Black Budget", galt bislang als geheim.

Dem Dokument zufolge (aus dem die Zeitung nach Rücksprache mit Mitarbeitern der Obama-Administration jetzt 43 Seiten veröffentlicht) gibt die US-Bundesregierung 2013 insgesamt 52,6 Milliarden Dollar für Spionage, Überwachung, Desinformation und ähnliche Aufgaben aus – mehr als Länder wie Venezuela oder Neuseeland insgesamt im Staatshaushalt haben. Den Löwenanteil kassiert mit 14,7 Milliarden Dollar die CIA, was viele Beobachter überrascht, die die NSA an erster Stelle vermutet hatten. In der deutschen Wikipedia stand beispielsweise noch am Freitag früh, dass der für die elektronischer Kommunikation zuständige US-Auslandsgeheimdienst der "finanziell am besten ausgestattete" sei. Tatsächlich bezieht er mit nur etwa 10,8 Milliarden Dollar etwa ein Drittel weniger als die CIA.

Eine weitere Überraschung ist, dass sich unter den wichtigsten Spionagezielen neben den erwartbaren Kandidaten China, Russland, Iran und Kuba auch Israel findet. Beobachter erklären dies damit, dass die Geheimdienste dieses Landes selbst sehr aktiv und leistungsfähig sind. Weniger wundert dagegen, dass ein großer Teil der Geheimdienstbudgets in die Kryptoanalyse und in Einbrüche in die Computersysteme fremder Länder fließt. Dem Geheimdienstexperten James Bamford nach hat die NSA in diesem Bereich in den letzten Jahren "enorme Durchbrüche" erzielt.

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