Schwedische Zentralbank vergibt Negativ-Zinsen

Damit sollen Banken bestraft werden, die Geld bei der Zentralbank parken.

Die Notenbanken der USA, Japans, Großbritanniens und anderer Länder haben die Zinsen, mit denen sich Banken bei ihnen Geld leihen können, praktisch auf Null Prozent abgesenkt. Damit sollen sie Kredite billiger vergeben können, was den Banken und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen und eine Kreditklemme verhindern soll.

Schweden ist nun noch einen Schritt weitergegangen. Die Zentralbank vergibt bis Sommer 2010 zur Stimulierung der Wirtschaft an kommerzielle Banken einen negativen Zins von -0,25 Prozent, wenn diese Geld bei ihr parken, anstatt es weiter zu geben. Der Zinssatz für Repo-Geschäfte bleibt allerdings weiterhin bei 0,25 Prozent. Mit dem negativen Depositen-Zins sollen die Banken bestraft werden, die das Geld horten, anstatt Kredite schnell und ohne große Sicherheiten zu vergeben.

Zwar gebe es bereits deutliche Zeichen für eine Erholung der Wirtschaft, so die Begründung der Riksbank, aber dies geschehe auf einem tiefen Niveau. Sie erwartet dieses Jahr einen Einbruch der Wirtschaft um 4,9 Prozent, im Juli ging man noch von einem Minus von 5,4 Prozent aus. Nächstes Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenzahl werde aber erst 2011 wieder sinken.

Riksbank-Chef Stefan Ingves erklärte, es sei besser für eine Bank, aktiv zu sein, als auf dem Geld zu sitzen. Die negativen Zinsen für Einlagen von Banken der Zentralbank versteht er als weitgehend symbolischen Schritt, da sie nur einen kleinen und "wenig genutzten" Teil der Maßnahmen der Zentralbank betreffe.

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