Schwerhörigkeit bei Jugendlichen nimmt deutlich zu

Die Menschen werden nicht nur älter und auch dicker, es scheint auch einen deutlichen Trend zu geben, dass sie immer schlechter hören.

Die Menschen werden nicht nur älter und auch dicker, es scheint auch einen deutlichen Trend zu geben, dass sie immer schlechter hören. Nach der Auswertung von zwei vergleichbaren Untersuchungen (1988-1994 mit 2928 Personen sowie 2005-2006 mit 1771 Personen), bei denen auch die Hörfähigkeit in der Altersgruppe der 12-19-Jährigen festgestellt wurde, kommen die Wissenschaftler in ihrer in der Zeitschrift Jama erschienenen Studie zu dem Ergebnis, dass die Schwerhörigkeit drastisch zuzunehmen scheint. Bei 20 Prozent der Jugendlichen lässt sich jetzt bereits Schwerhörigkeit beobachten, im Zeitraum zwischen der ersten und der zweiten Untersuchung ist die Zahl der schwerhörigen Jugendlichen von 14,9 Prozent auf 19,5 Prozent angestiegen. Das ist eine Zunahme um 31 Prozent.

Warum die Hörprobleme bei Jugendlich so zunehmen, ist nicht bekannt. Vermutet wird, was auch andere Studien nahelegen, dass lautes Musikhören mit Kopfhörern eine der Ursachen sein könnte (vgl. MP3-Player beeinträchtigen schon nach kurzer Zeit das Gehör). Zwar sind die Hörprobleme bei den Jugendlichen meist leicht, vorwiegend handelt es sich um geringe einseitige Schwerhörigkeit mit einem Hörverlust zwischen 15 und 25 dB. Aber diese ist ebenso von 12,8 auf 16,4 Prozent angestiegen wie die beidseitige, die von 3,8 auf 5,5 Prozent zugenommen hat. Allerdings hat die Zahl der Jugendlichen, mit milder oder schwerer Schwerhörigkeit (Hörverlust von 25 dB und höher), mit 77 Prozent besonders stark zugenommen. Die Schwerhörigkeit bei höheren Frequenzen tritt häufiger als die bei tiefen Frequenzen auf. Frauen leiden weniger unter Schwerhörigkeit als Männer, bei Jugendlichen aus Familien unter der Armutsgrenze ist Schwerhörigkeit deutlich stärker verbreitet als bei . Bei der Untersuchungsreihe 2005-2006 haben sich keine Verbindungen zwischen Schwerhörigkeit und dreimaligen Ohrinfektionen, Belastung durch Lärm oder Schusswaffengebrauch, in den USA nicht zu vernachlässigen, ergeben.

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