Sechs Prozent der Deutschen produzieren selber Strom

Und im Juli 2013 wurde in Deutschland so viel Solarstrom produziert wie noch nie zuvor in einem Monat

Grafik: bdew

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid sind mittlerweile schon sechs Prozent der Deutschen zu Stromproduzenten geworden. Weitere 41 Prozent der Befragten gaben an, gerne eigenen Strom produzieren zu wollen, dass sie die dafür notwendige Technik aber nicht bezahlen zu könnten. 15 Prozent fanden die Idee, Strom selbst zu erzeugen, "interessant", wüssten aber noch zu wenig darüber. Von allen Befragten sprach sich nur ein knappes Drittel (28 Prozent) dafür aus, dass die Stromerzeugung durch die großen Energieversorger kontrolliert werden sollte.

Die meisten Stromerzeuger betreiben dabei Solaranlagen. Nach den aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden mit ihnen im Juli 2013 5.129 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt. Das sind 43,3 Prozent mehr als noch im Juli 2012 und es ist der höchste bisher erreichte Monatswert. Insgesamt wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres mit rund 19.286 GWh rund 13 Prozent mehr Solarstrom erzeugt als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Obwohl gleichzeitig wieder mehr Fossilstrom erzeugt wird als im Vorjahr, beklagen die Stromkonzerne Profiteinbußen. Bei E.ON sank laut Halbjahresbericht 2013 der Konzernüberschuss um 1,4 Mrd. Euro oder 42 Prozent gegenüber 2012 auf 1,9 Mrd. Euro. Als Grund nannte E.ON-Chef Johannes Teyssen, das traditionelle Kraftwerksgeschäft leide unter geringer Auslastung und zu niedrigen Großhandelspreisen. Auch RWE kündigt mit Hinweis auf mehr Solarstrom im Netz an, in Deutschland und den Niederlanden 3.100 Megawatt Kohle- und Gaskraftwerke abzuschalten.

Davon allerdings nur 610 MW eigene Kohlekraftwerksleistung (in Amer, Niederlande) aber insgesamt 1.765 MW eigene Gaskraftwerksleistung, dabei gilt doch gerade die als besonders regelfähig. Das heißt, dass RWE sich nicht an einem besser regelbaren Kraftwerkspark beteiligen will, sondern altbacken weiter auf die Erzeugung von Grundlaststrom und den Export von Überschüssen setzt - oder aber einfach auf Zeit spielt, um in einigen Jahren dann eben mit Kohlekraftwerken die AKW-Erzeugerleistung beerben zu können.

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