Sexuelle Selektion auf dem Heiratsmarkt

Heute sind die Gockel reich

Den Chinesen scheint der schon seit Jahren anhaltende Boom zu Kopf gestiegen zu sein. In einem der letzten kommunistischen Länder gilt Wachstum und Reichtum als Fetisch und wächst die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen explosiv.

Heute sind immer noch normalerweise die Männer reich, so dass die Frauen schauen, sich einen solchen Partner mit vielen Ressourcen zu angeln, wobei sie allerdings auf dem Markt der sexuellen Selektion mit entsprechenden Reizen punkten müssen. Hässliche oder weniger schöne Frauen haben das Nachsehen.

Aber weil die Reichen wählerisch sein können, wurde nun in verschiedenen chinesischen Städten ein Schönheitswettbewerb von der Website jiayuan.com veranstaltet, zu dem sich 50.000 Frauen aus der ganzen Welt angemeldet haben sollen, berichtet China Daily. Die 18 Gewinnerinnen sollen die Chance erhalten, sich mit einem Millionär zu treffen, der mindesten 50 Millionen Yuan, also mehr als 7 Millionen Dollar, Vermögen besitzt. Der Dating-Markt boomt nicht nur in China, aber dort besonders stark, weil es aufgrund der mittlerweile zwar aufgeweichten Ein-Kind-Politik immer weniger Frauen und immer Männer gibt.

In der Vorrunde sind die meisten schon mal am Gesichtstest gescheitert, heißt es. Von den 50.000 sind 2.600 übriggeblieben. Den Test haben Fengshui-Meister ausgeführt, die die Gesichter der Frauen, in aller Regel mit einem Hochschulabschluss und einem Job, beurteilen, ob sie Glück bringen. Ansonsten zählen nicht nur ein schöner Körper, sondern auch Temperament und Charakter zu den selektiven Eigenschaften, die Frauen für die reichen Männer geeignet erscheinen lassen.

Allerdings scheinen auf dem Heiratsmarkt auch die Männer gockeln zu müssen. So demonstrierte einer der Reichen seine Potenz mit einem privaten Flugzeug, ein anderer versprach seiner künftigen Frau einen Porsche. Auf jeden Fall hätten sie ihr Vermögen unter Bewies stellen müssen.

Die staatliche China Daily meldet natürlich Kritik an solchen Marktspielen an, die doch nur den zunehmenden Materialismus widerspiegeln würden. Glück in der Partnerschaft habe nichts mit Geld zu tun, heißt es beispielsweise. Aber so lange es die gewaltige Kluft zwischen Reichen und Armen gibt, verspricht Reichtum Aufstieg und Sicherheit – und sind die Reichen auch sexuell attraktiv. Anders herum könnte man auch sagen, dass die reichen Männer zur Beute der attraktiven Frauen werden, die für diese zur Falle werden.

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