"Sie haben eine gute Chance verpasst, den Mund zu halten"

Während konservative britische Abgeordnete ein Referendum zum EU-Austritt durchsetzen wollen, hakeln sich Sarkozy und Cameron

In Großbritannien gerät die Regierung unter Druck der Euroskeptiker, die sich schon immer bei den Konservativen fanden. Konservative Abgeordnete fordern nun gegen die eigene Koalitionsregierung eine Volksabstimmung über den Austritt des Landes aus der EU. Bei einer Abstimmung im Parlament würden die Abgeordneten zwar unterliegen, weil die Liberaldemokraten und die Labor-Abgeordneten mit der Mehrheit der Konservativen dagegen stimmen werden.

Selbst der bekannte euroskeptische Außenminister Hague lehnt ein solches Referendum zur Zeit ebenso wie der konservative Regierungschef Cameron ab. Aber beide wollen versuchen, zwar in der EU zu bleiben, aber einige Kompetenzen mit einer "Renationalisierung der Gesetze" wieder alleine in Großbritannien entscheiden zu können. Das soll geschehen, wenn die Länder Eurozone eine gemeinsame Finanzbehörde installieren und dafür den EU-Vertrag ändern müssen.

Derweil kocht die Stimmung hoch. Wie der Guardian berichtet, hat der französische Präsident Sarkozy die dauerhafte Einmischung des unter Druck seiner Partei stehenden britischen Regierungschefs mit drastischen Worten verbeten. Am Sonntag fuhr Sarkozy auf: "Sie haben eine gute Chance verpasst, den Mund zu halten." Und er fuhr fort: "Es macht uns krank, dass Sie uns permanent kritisieren und uns sagen, was wir machen sollen. Sie sagen, Sie hassen den Euro und jetzt wollen Sie in unsere Treffen eingreifen."

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