Sind Frauen die besseren Multitasker?

Britische Psychologen attestieren den Männern, unter Multitasking-Druck nicht mehr gut nachdenken und planen zu können

Es sind Männer wie Frank Schirrmacher von der FAZ, die über die Unzumutbarkeit von Multitasking klagen und wie in seinem Buch Payback gar von einer "Körperverletzung" sprechen. Schirrmacher hat zwar eine Menge an mehr oder weniger einsichtigen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen aufgefahren, aber nie auch nur in Ansätzen bedacht, ob es vielleicht Unterschiede zwischen Frauen und Männern geben könne.

Der Frage ist der Psychologe Keith Laws von der University of Hertfordshire einmal nachgegangen, weil darüber bislang angeblich noch nicht geforscht wurde. Nach Versuchen wollen die Psychologen unter der Leitung von Laws festgestellt haben, wie der Telegraph berichtet, dass Frauen tatsächlich beim Multitasking viel besser abschneiden und Männer selbst bei einfachen Aufgaben nur an das Eine denken können.

Die Psychologen forderten 50 Frauen und 50 Männer auf, innerhalb von acht Minuten drei einfache Aufgaben gleichzeitig auszuführen, nämliche einfache Rechenaufgaben zu lösen, Restaurants auf einer Karte zu suchen und sich eine Strategie auszudenken, einen verlorenen Schlüssel auf einem Feld zu suchen. Gemeinerweise machten es die Psychologen ihren Versuchspersonen noch schwerer und riefen sie auch noch an. Wenn die Versuchspersonen abhoben – es war ihnen freigestellt, ob sie dies machen oder nicht -, wurde ihnen ein zusätzlicher Wissenstest offeriert, den sie während ihrer anderen Aufgaben auch noch lösen sollten.

Wenig überraschend haben die Frauen besser bei dem Multitasking-Versuch abgeschnitten, erstaunlicherweise besonders bei der Aufgabe des Schlüsselfindens, da ansonsten Männern meist eine bessere räumliche Orientierung zugeschrieben wird. Weil aber, so Laws, auch diese Aufgabe Planung und eine Strategie verlangt, reicht die räumliche Orientierung alleine nicht aus, Mann muss auch kurz zurücktreten und nachdenken, was offenbar gerade bei Multitasking den Frauen leichter zu fallen scheint. Zumindest scheinen sie unter Multitasking-Druck die falsche Strategie zu wählen: "Männer neigen dazu, ihre Suche in weniger logischen Orten wie dem Zentrum des Feldes zu beginnen und decken nicht den ganzen Bereich ab, wenn sie ihre Suche planen. Frauen neigen dazu, in einer Ecke zu beginnen und in konzentrischen Kreisen oder Linien zu suchen." Sollten die Ergebnisse zutreffen, dann würde dies nicht gerade vertrauensfördernd gegenüber den Entscheidungen von Männern in Stresssituationen sein, wenn sie sich nicht nur auf eine Aufgabe konzentrieren können.

Kommentare lesen (111 Beiträge)
Anzeige