Solar- und Windenergie: Neuer Halbjahresrekord in der Stromproduktion

Erneuerbare haben im ersten Halbjahr 2017 kräftig zugelegt. Ausbau stärker als im Vorjahr. Auch Fotovoltaik nimmt wieder etwas Fahrt auf

Die Erzeugung von Strom in Wind-, Solar-, Biogas- und Wasserkraftwerken lag insgesamt im ersten Halbjahr 2017 rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Das berichtet das Umweltbundesamt (UBA) unter Berufung auf die Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), was einen neuen Rekord darstellt. Die AG setzt sich aus Fachleuten verschiedener Ministerien, der Bundesnetzagentur, aus der Wissenschaft, dem UBA und der Energiewirtschaft zusammen.

Stromproduktion der Erneuerbaren Energieträger. 2017 bis zum 14.Juli. Bild: Bild Fraunhofer ISE

Demnach sind im ersten Halbjahr 2017 107 Milliarden Kilowattstunden Strom von den erneuerbaren Energieträgern ins Netz eingespeist worden. Ihr Anteil an der Nettostromproduktion lag im ersten Halbjahr, wie bereits von Telepolis gemeldet, bei 37,7 Prozent. Im Vorjahr waren es 33,4 Prozent gewesen (2015 33,6 und 2014 29,8 Prozent). Das zeigen die Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE).

Zwei Faktoren spielen für die relativ starke Zunahme in diesem Jahr eine Rolle. Zum einen überdurchschnittliche Witterungsbedingungen. Der Juni war zum Beispiel für die Windenergie weit überdurchschnittlich ertragreich. Auch sonst wehte es 2017 bisher oft überdurchschnittlich viel. Ähnliches gilt für die direkte und indirekte Sonneneinstrahlung, die sogenannte Globalstrahlung. Diese habe im Mai und Juni das langjährige Mittel deutlich übertroffen, so das UBA.

Den anderen Faktor stellt der Zubau dar, der im ersten Halbjahr teils ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau lag. Bis Mai waren an Land Windkraftanlagen mit 1610 und auf See mit 530 Megawatt (MW) zugebaut. Das waren 350 bzw. 300 MW mehr als im Vorjahr. (Die Zahlen sind jeweils auf der letzten Ziffer gerundet.)

Auch bei der Solarenergie übertraf der Zubau in den ersten fünf Monaten, aus denen gesicherte Zahlen vorliegen, das Vorjahr mit 580 MW um immerhin 220 MW. Damit liegt der Ausbau der Solarenergie allerdings noch immer unter der vom Erneuerbaren-Energie-Gesetz vorgegebenen Zielmarke von 2500 MW brutto pro Jahr.

Der Bau neuer Biomassekraftwerke war – auf dem niedrigen Niveau von 90 MW – fast doppelt so erfolgreich wie in den ersten fünf Monaten 2016. Überwiegend handelte es sich dabei, so die AGEEStat, um Kapazitätserweiterungen von Bestandsanlagen. Mit diesen können die Anlagenbetreiber in den Genuss der sogenannten, vom EEG vorgesehenen Flexibilitätsprämie kommen. Diese stellt einen Anreiz dar, die Stromproduktion von Biogas- und ähnlichen Kraftwerken stärker an den Strombedarf anzupassen.

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