Solarstrom wird günstiger

Die Modulpreise fallen wieder

Komplexe Teile wie die Wechselrichter ändern sich preislich nur unwesentlich. Der Anteil der Wechselrichter macht zur Zeit etwa 10% der Gesamtkosten einer PV-Anlage aus. Wechselrichter für Anlagen bis 5 kW schwanken seit Monaten um die Marke 0,30 Euro pro Watt-Anlagenleistung, solche für größere Solaranlagen um die 0,20 Euro/Watt.

Stetig abwärts geht es dagegen beim Massenprodukt PV-Modul. Monokristalline Module kosteten im Oktober 2011 noch 1,06 Euro/Watt, Anfang April 2012 0,74 Euro/Watt (-30%). Multikristalline fielen von 1,03 auf 0,73 Euro/Watt (-31%). Module aus China sind zur Zeit im Schnitt 4 Cent/Watt billiger. Den größten Preisrückgang innerhalb der letzten 12 Monate hatten Module aus multikristallinem Silizium mit einem Rückgang von 47,8 Prozent.

Die Modulkosten machen zur Zeit rund 60 des Anlagenpreises aus, das heißt die starken Preissenkungen bei den Modulen können die Einschnitte der EEG-Vergütung nicht ganz wettmachen. Je nachdem wie die Einigung im Bundesrat im Mai ausfällt, sollen ab Herbst 2012 die EEG-Absenkungen nur noch 1% monatlich betragen, das bedeutet, dass sich danach wieder Verbilligung des Solarstroms und Senkung der Stromabnahmepreise über das EEG angleichen können.

Der zweite wichtige Punkt des neuen EEG, der Zwang, einen Teil des selbsterzeugten Solarstroms künftig selbst zu verbrauchen (20% bei kleineren Aufdachanlagen), könnte durch die sich öffnende Schere zwischen stetig steigenden Preisen für Netzstrom und weiter sinkenden PV-Strom-Preisen für neue Modelle des Eigenverbrauchs, etwa Nahverbrauchsnetze oder den Einsatz von Pufferspeichern, aufgefangen werden. Allerdings ist fragwürdig, ob der Aufbau von parallelen Nahverbrauchsnetzen oder die Anschaffung teurer Pufferspeicher unnötige Kosten verursachen.

Die Preisschere öffnet sich und macht neue Modelle der Solarstromnutzung wirtschaftlich möglich. Zusätzliche Komponenten wie Pufferspeicher oder parallele Nahverbrauchsnetze verteuern den Solarstrom allerdings wieder. Bedeuten also im Prinzip einen Rückschritt. Annahmen: jährliche Preissteigerung für Netzstrom von 5%, jährliche Degression für Solarstrom ab 2012 9%. Bild: M. Brake
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