Solarstrom wird günstiger

Der rasante Verfall der Preise für Solaranlagen ist noch nicht zuende

Der Markt für Solaranlagen hat 2016 einen rasanten Preisverfall gesehen. Solarmodule kosteten hierzulande im November nur noch 42 bis 58 Euro-Cent pro installiertem Watt (Großhandelspreise). Auf dem internationalen Markt sind die Preise noch niedriger. Wie die die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, fiel der PV-Preis am Spotmarkt, wo es um kurzfristige Order geht, auf nur noch 36 US-Cent (34,2 Euro-Cent). Für viele Hersteller bedeute ein solcher Preis, dass sie mit Verlust verkaufen.

Für potenzielle Käufer sind das gute Nachrichten, auch wenn es für die Hersteller heißen wird, dass der eine oder andere von ihnen, dessen Rücklagen und Kreditlinien nicht ausreichen, auf der Strecke bleiben wird. Bei den Verbleibenden kündigt sich bereits an, dass die Kosten weiter gedrückt werden. Der kanadische Anlagenproduzent Canadian Solar, so Bloomberg, wolle seine Kosten bis zum vierten Quartal 2017 auf 29 US-Cent (27,7 Euro-Cent) pro Watt drücken. Auch viele andere Unternehmen gingen davon aus, bis dahin die Kosten in den Bereich der "niedrigen 30er Centbeträge" drücken zu können.

Zu den Kosten einer netzfertigen Anlage kommen noch der Wechselrichter und die Installationskosten hinzu. Nach den Angaben des Internetauftritts eines Fachanbieters kostet derzeit eine Zehn-Kilowatt-Dachanlage im Durchschnitt 1350 Euro pro Kilowatt. Der Strom wird bei einer Anlagengröße bis zehn Kilowatt zur Zeit mit 12,7 Euro-Cent pro Kilowattstunde vergütet. Wenn man von 900 Volllaststunden im Jahr ausgeht, wären das jährliche Einnahmen von 114,3 Euro pro Kilowatt-Anlagenleistung.

Somit ist damit zu rechnen, dass der Kauf von Solaranlagen 2017 wieder attraktiver wird, auch wenn die Einspeisevergütung weiter absinken sollte. (Welche Entwicklung diese nimmt, hängt von der Höhe des Zubaus ab. Wird mehr gebaut, wird sie stärker sinken, sobald ein Schwellenwert überschritten wird.) Zunehmende Verbilligung von Stromspeichern könnte zudem dazu führen, dass die Zahl der Selbstversorger wächst, die den Kauf einer Solaranlage nicht mehr von den Einspeisetarifen abhängig machen.

Noch interessanter ist allerdings, was auf dem Weltmarkt passiert. In sonnenreichen Ländern wird der Bau einer Solaranlage inzwischen zu einer ökonomisch sinnvollen Entscheidung, auch wenn keine Subventionssysteme vorhanden sind. Insbesondere in Gegenden, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind, stellt der Solarstrom oftmals bereits die billigste Option dar. Großkraftwerke werden hingegen mehr und mehr zu technologischen Dinosauriern.

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