Solarstromanlagen werden größer

Zubau insgesamt nur leicht gesunken, Anlagenbauer reagieren auf komliziertere Vergütungsregeln

Die Bundesnetzagentur hat die Zahlen für den Photovoltaik-Zubau im Juli 2012 veröffentlicht. Er liegt bei 543 Megawatt Leistung. Das entspricht immer noch in etwa dem Wert vom Juli 2011. Damals wurden im gleichen Zeitraum 572 Megawatt gemeldet. Insgesamt wurden der Bundesnetzagentur damit von Januar bis Ende Juli 2012 4,9 GW Photovoltaikleistung neu gemeldet. Das ist sehr viel mehr als in den beiden Vorjahren (2011 waren es bis Ende Juli 2,3 GW, 2010 4,5 GW gewesen) und spiegelt auch die panikartige Fertigstellung neuer Anlagen vor der Verabschiedung der angedrohten Kürzungen zu Anfang des Jahres wider.

Auffällig ist, dass die durchschnittliche Anlagengröße größer wird. 2011 lag sie noch bei 26 kW, 2012 schon bei 44 kW. Der Grund sind wahrscheinlich die immer komplexer zu handhabenden Vergütungsregeln. So wurde mit dem neuen EEG nicht nur die Einspeisevergütung gekürzt, sondern auch noch eine, "Marktintegrationsmodell" genannte, nur noch teilweise Vergütung des selbsterzeugten Stroms eingeführt. Das hat zur Folge, dass sich PV-Anlagenbesitzer um mehr Eigenverbrauch oder um Abnehmer in der direkten Nachbarschaft kümmern müssen, um wieder zu einer 100%igen Vergütung zu kommen.

Dies dürfte dazu führen, dass sich der teilweise Eigenverbrauch des selbsterzeugten Solarstroms durchsetzt und der lohnt sich vor allem bei größeren Verbrauchsgemeinschaften oder Betrieben. Sind in Einfamilienhäusern ohne Speicher ~20% Eigenverbrauchsanteil möglich, für den man teuren Netzstrom einsparen kann, so lohnen sich solche Modelle in größeren Gebäuden mit vielen Verbrauchern oder Gewerbebetrieben mit einem Stromverbrauch zu den Peak-Zeiten viel mehr und können den Eigenverbrauch auch ohne Batterien auf über 60% erhöhen.

Dazu kommen neue Modelle der Belieferung der direkten Nachbarschaft mit Solarstrom, Anlagenteileigentum und die Direktvermarktung von Solarstrom, die allerdings wegen des bürokratischen Aufwands erst bei sehr großen Anlagen ab ca. 250 kW eingesetzt wird. Dies sind einige der Gründe die zur Vergrößerung der Anlagenleistung führen.

Und die Modulpreise sinken gerade auf ein Jahrestief. Der wöchentliche Modulpreisindex des Fachmagazins Photon listet den durchschnittlichen Preis für multikristalline Module auf dem deutschen Spotmarkt mit 0,59 Euro je Watt, für monokristalline Module 0,65 Euro/Watt.