Spam ist was man dazu macht

Spamanrufe nicht nur wegdrücken, sondern auch melden? Kann man machen. So wie man Airbnb zu Spam machen kann

Das arme Spam. War ja eigentlich einmal Dosenfleisch. Und dieser merkwürdige Name ist eine Verkürzung von "gewürztem Schinken", also "spiced ham". Daraus haben ausgerechnet Kundender Hormel Foods Corp. ein "Spam" gemacht.

Die sollen sich jetzt nicht beschweren, wenn dieser Begriff in der digitalen Welt eine kleine Karriere hingelegt hat und seitdem unser aller Leben ein wenig durchwürzt. Oder vielmehr: Beschweren sollen sie sich jetzt schon. Wenn es nach Gerüchten über das neue iOS von Apple geht. In iOS 12 soll ab Herbst diesen Jahres eine Funktion verfügbar sein, die Android User schon lange kennen. Unerwünschte Anrufe und Textnachrichten lassen sich dann melden und in Zukunft einfach schon vorher aussortieren. Also eine Art von Spamfilter für das Handy.

Da möchte man doch glatt neidisch werden und sich eine solche "wech damit" Funktion für öffentliche Verkehrsmittel wünschen, damit man diese unsäglichen und nicht wegzuhörenden "Ja Schatz, ich sitze jetzt in der S-Bahn, ja Schatz, ich habe die gelben Socken" Anrufe einfach aus seinem Gehörgang drücken kann. Oder der "Dann habe ich Müller aber Bescheid gegeben, im Meeting, die Abteilung war total beeindruckt" Müll, den man selbst dann nicht akkustisch wegdrücken kann, wenn man aufsteht, sich neben den Schwätzer stellt und "Schatz, ich habe kein Höschen an" mit ins Handy wispert.

Aber im Gesamten durchaus spannend. Spam erkannt, Spam blockiert. Fertig.

Wenn man allerdings solch ein Verfahren etwas weiter fasst und so die Welt um einen herum in den Wahnsinn treibt, ist das auch nicht schön. Japan zum Beispiel. Dort ist es sei kurzem legal, über Airbnb ein Zimmer oder gar ein ganzes Haus (also durchschnittlich 4 Quadratmeter Wohnfläche) zu vermieten. Soweit so gut. Wenn man sich aber bis 15. Juni nicht als offizieller Vermieter behördlich registriert hat, dann löscht der japanische Staat die Reservierungen der Unregistrierten einfach. Man behandelt bereits getätigte Reservierungen also wie Spam und schmeißt sie aus der Liste.

Pech für den, der dann mit dem Koffer in Tokyo steht und erst mal nur "Bahnhof" mitbekommt, wenn er seine inzwischen gelöschte Reservierung antreten will.

Das Leben – nicht nur in Japan – wird nicht einfacher, wenn dieses Beispiel Schule macht. In Zukunft hat man einfach Pech, wenn man von irgend jemandem wie der eigenen Ehefrau als Spam eingestuft wird und eine Meldung bekommt, aus der eigenen Wohnung fliegt, weil man sich leider nicht legal als Vermieter beim Staat angemeldet hat und dann selbst bei einer dicken Beschwerde im Spamfolder der öffentlichen Verwaltung landet ... crosstracking, man ist ja nicht zum ersten Mal als Spam gemeldet worden.

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