Spanien: Fast die Hälfte des Stroms aus Erneuerbaren Energien

Erneuerbare Energien lieferten im März in Spanien 45,1 % des gesamten Stroms, doppelt so viel wie Atomkraftwerke

Spanien kann sich freuen. Im Frühjahr hat es so stark geregnet, dass statt von Dürre eher die Meldungen von Überschwemmungen die Schlagzeilen beherrscht haben. Das hat den Effekt, dass die Wasserstände im Land der Stauseen so hoch sind, wie sie schon lange nicht mehr waren. Das schlechte und kühle Wetter mit viel Wind hat aber auch dazu geführt, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen einen neuen Rekord erreicht hat. Der spanische Netzbetreiber REE hat nun Daten vorgelegt, wonach die Erneuerbaren Energien schon 45,1 % des Strombedarfs produziert hätten.

Vor allem die Wasserkraftkraft hatte mit 24,2 % im März an der Stromproduktion den größten Anteil und lag sogar noch vor dem Windstrom (19,7%). An manchen Sturmtagen kann die Windenergie allein fast 50 % der Produktion übernehmen. Allerdings werden die Windmühlen oft abgeschaltet, vor allem wenn die Nachfrage gering ist, weil die Atomkraftwerke nicht schnell zurückgefahren werden können. Die Atomkraftwerke trugen im März in Spanien 21,2 % zur Stromproduktion bei. Im Februar waren es 20,5 %, wobei allein über Windenergie mit 21 % mehr Strom als in über Atomkraft produziert wurde. Die Wasserkraft hatte im Februar einen Anteil von 16,9 %. Solarstrom blieb mit 2 % im März und 1,3 % im Februar marginal.

Irgendwas ist an den Daten der REE aber faul. Gibt der Netzbetreiber den Anteil von Windenergie im Fließtext mit 18,7 % an, sind es in einem Diagramm 19,7 %. Doch mit beiden Werten kommt man nicht auf die 45,1 %. Denn es sind entweder 45,9 oder 44,9 % des Stroms, der allein über Wasser-, Wind- und Solarenergie erzeugt wurden. Dass der Anteil der regenerativen Energien am Verbrauch steigt, lässt sich nicht damit erklären, dass krisenbedingt die Nachfrage eingebrochen sein könnte. Tatsächlich wurde, auch wegen des ungewöhnlich kalten Monats, im März fast 9 % mehr Strom verbraucht als noch vor einem Jahr. Damals wurden über die Erneuerbaren 30 % des Stroms erzeugt. Die Nachfrage war im März 2009 im Vergleich zum Vorjahr allerdings um gut 8 % eingebrochen.

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