Sparkurs trifft deutsche Exporte

Deutsche Exporte in die Krisenländer Portugal, Griechenland, Spanien und Italien brechen ein

Im ersten Halbjahr konnte Deutschland seine Ausfuhren insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 % auf 550,5 Milliarden Euro steigern, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilt. Vor allem sind dafür die Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union (EU) – sogenannte Drittländer – verantwortlich. Sie seien im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um 11,1 % auf 231,4 Milliarden Euro gestiegen. "Besonders hohe Zuwächse gab es bei den Ausfuhren nach Japan (+ 19,9 % auf 8,4 Milliarden Euro), in die USA (+ 18,6 % auf 41,7 Milliarden Euro) und nach Russland (+ 14,8 % auf 18,2 Milliarden Euro)."

Genau umgekehrt verhalten sich die Exporte in kriselnde Euroländer. Die Lieferungen nach Portugal brachen sogar um 14,3% ein, in das abstürzende Spanien um 9,4% und in das depressive Griechenland erneut um 9,2%. Auch ins große Italien, das ebenfalls tief in die Rezession abgerutscht ist, gingen die Exporte deutlich um 8,2% zurück. Gesteigert werden konnten dagegen Ausfuhren ins benachbarte Frankreich um 4,2%, wo der Sozialdemokrat Hollande bekanntlich nicht auf der Sparbremse steht. Auch in die Niederlande nahmen sie um 4,4% zu. "Überdurchschnittlich angestiegen sind die Exporte in einige osteuropäische Staaten (Bulgarien + 20,7 %, Lettland + 18,3 %, Rumänien + 8,7 %, Litauen + 6,3 %, Estland + 6,1 %, Ungarn + 5,6 % und Tschechische Republik + 4,7 %)", meldet Destatis.

Dass Portugal und Italien nicht noch stärker abgestürzt sind, hängt auch damit zusammen, dass sie ihre Exporte steigern konnten. So lieferte Portugal 4,6% mehr Waren nach Deutschland als im Vorjahreszeitraum und Italien 4,3%. Spanien und Griechenland werden hierbei nicht erwähnt. Wie bei den Exporten in osteuropäische Länder stiegen auch die Importe aus diesen Ländern überdurchschnittlich: "Ein deutliches Plus erzielten unter anderem die Slowakei (+ 17,7 %), Rumänien (+ 14,6 %), Bulgarien (+ 8,6 %), Litauen (+ 8,5 %), Slowenien (+ 8,3 %) und Ungarn (+ 6,0 %)."

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