Spitzel, Sicherheitsbehörden und geplante Terroranschläge

Verdankte sich der "vereitelte" Terroranschlag in den USA auf jüdische Einrichtungen und einen Flugplatz vor allem einem eifrigen Spitzel?

Die ganze Geschichte riecht verdächtig. Das FBI beobachtete vier zum Islam konvertierte Männer, die keine Kontakte mit Terrorgruppen hatten und eher Kleinkriminelle und psychisch Gestörte sind, fast ein Jahr lang, weil sie angeblich einen Terroranschlag ausführen wollten. Man jubelte ihnen durch einen Informanten unbrauchbaren Sprengstoff und eine funktionsunfähige Stinger-Rakete unter.

Als die "Terroristen" – einen Tag vor einer Rede von US-Präsident Obama über die Pläne, wie er Guantanamo schließen und mit der Terrorbedrohung umgehen will – mit großem Spektakel festgenommen wurden, weil sie zwei Autos mit dem Fake-Sprengstoff vor zwei jüdischen Einrichtungen geparkt hatten, war davon die Rede, dass man einen schlimmen Anschlag verhindert habe. An die 100 Mitarbeiter von FBI und anderen Sicherheitsbehörden des Heimatschutzministeriums haben die Gruppe Monate lang beobachtet. Geplant hätten die vier Männer neben den Anschlägen mit Autobombern auf das jüdische Zentrum und die Synagoge, Flugzeuge abzuschießen. Man pries allgemein die Arbeit der Sicherheitsbehörden, einen solch potenziell gefährlichen Anschlag in der Nachfolge von 9/11 abgewehrt zu haben, und verwies darauf, wie bedroht die USA noch immer seien und welche Bedeutung die Terrorabwehr auch weiterhin habe, also letztlich das Geld, das dafür in Personal und Techniken fließt.

Der Verdacht liegt nahe, wie die britische Times überlegt und wie er auch von Experten in den USA gehegt wird, dass eine der Aufgaben der Sicherheitsbehörden letztlich ist, die Gefahren zu demonstrieren, um so ihr Existenzrecht und ihre Kosten zu rechtfertigen. Man arbeitet mit Spitzeln, die nicht nur die Mittel für Anschläge besorgen, sondern womöglich auch unentschlossene, auch unbedarfte Menschen antreiben, endlich einmal etwas zu unternehmen – das alles erinnert im Hinblick auf deutsche Verhältnisse nicht nur an die vom Verfassungsschutz unterwanderte NDP, sondern vor allem an die Sauerländer Zelle, die auch intensiv ausgespäht wurde und der man auch unbrauchbaren Sprengstoff verschafft hat.

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Der Spitzel, dem die vier Männer vertraut haben, könnte womöglich überhaupt erst die Bildung der Gruppe gefördert haben. Dabei soll es sich Shahed Hussain handeln, der 2002 eine Deportation wegen Betrug vermeiden konnte, indem er sich dem FBI als Spitzel andiente und in Moscheen als eine Art agent provocateure auftrat. Nach Salahuddin Mustafa Muhammad, dem Imam der Moschee in Newburgh, kam Hussain und sprach gerne vom Dschihad, wahrscheinlich um "Interessenten" auszumachen. Das scheint ziemlich plump verlaufen zu sein. Hussain galt vielen schnell als Agent der Regierung, zumal bekannt ist, dass die Geheimdienste die Moscheen überwachen und das ein schlechter Ort ist, um Terroranschläge zu planen. Wer ein bisschen Grips hat, weiß, dass er sich von Hussain fernhalten sollte, sagte Muhammed. Die festgenommene Viererbande scheint nicht besonders intelligent gewesen zu sein, was wohl auch bei der Sauerländer Zelle zutrifft. Dass die Bande nicht besonders hell ist, sagen auch Verwandte von deren Mitgliedern.

Die Frage ist denn auch, ob nun die massenhaft vorhandenen Antiterrorspezialisten durch ihre verdeckten Operationen eben das – zumindest als Fake – schaffen, was sie bekämpfen – und wofür sie auch bezahlt werden? Ohne geistige und materielle Unterstützung der Spitzel, die ja auch Erfolge vorweisen müssen, wären womöglich die als gefährlich dargestellten Terroristen nur ihrer Wut in Tagträumen nachgegangen. Gefährlich wären dann auch die Medien, die schnell einen möglichen Terroranschlag melden, weil das ein Aufmerksamkeitsthema ist, aber nicht nachfragen, weil sie dann nicht gleich vorne mit dabei wären. Daher wären von interessierter Seite den Medien ganz einfach Fallen zu stellen, die dazu dienen, die eigenen Interessen zu befördern. Die Geschichte mit der Viererbande hat einen schlechten Geruch, das sollten Medien eigentlich hervorheben, als sich der Inszenierung willfährig anhängen.