Staatsschutz schüchtert präventiv Spaziergänger ein

Polizei schützt NSA vor NSA-Schutzbund

Der Naturfreund Daniel Bangert (28) staunte nicht schlecht, als er unerwarteten wie konspirativen Besuch des Staatsschutzes erhielt. Diesen Mittwoch fielen bei ihm gegen 7 Uhr Polizei und Staatsschutz auf Geheiß der US-Militärpolizei ein und verlangten von Bangert, einen geplanten Spaziergang als Demonstration anzumelden. Bangert hatte hierzu für Samstag auf Facebook eingeladen. Das Ansinnen ist einigermaßen ungewöhnlich, denn Bangert genießt den grundrechtlich garantierten Anspruch auf Freizügigkeit im Bundesgebiet ( Art. 11 GG) und allgemeine Handlungsfreiheit ( Art. 2 Abs. 1 GG). Noch erstaunlicher ist das Ansinnen, Zivilist Bangert möge mit niemandem über seine Gespräche mit den Schlapphüten sprechen. Letzteres lehnte Bangert dankend ab.

Hintergrund der ungewöhnlichen Gängelung ist eine offenbar von der NSA entwickelte Verschwörungstheorie, Bangert plane in Wirklichkeit eine politische Demonstration. So betreibt die NSA sogenannte SOCMINT, also aus SOCial Media gewonnene INTelligence, und befürchtete offenbar eine Gefahr für den Dagger Komplex, der sich an der Route des Spaziergangs befindet. Bangert hatte sich auf Facebook als "Vorstand des NSA-Spion-Schutzbund e.V." ausgegeben, der zu einem "ersten Entdecken und Beobachten Wochenende am Dagger Complex" einlud, wo die NSA auf "US-Hoheitsgelände" fleißig spioniert – etwa via SOCMINT. Daher bekamen die Precrimecops der NSA kalte Ohren und riefen die Kavalerie.

Um des lieben Friedens Willen leistete Bangert, der mitnichten demonstrieren wollte, der verfassungswidrigen Gängelung Folge. Wie Echo online meldet, erfand das Ordnungsamt eine Abschlusskundgebung, die der Wandervogel gar nicht geplant hatte. Die Spaziergänger wurde von der Polizei begleitet, die unter anderem darauf achtete, dass die Wandervögel dem Zaun der empfindlichen Spione nicht zu nahe kamen. Auch das Tragen von Edward Snowden-Masken wurde gestattet. Es ist anzunehmen, dass die NSA ihre Fans auch so zu identifizieren vermag. Um der NSA lästiges Codebrechen zu ersparen, stellten die Wanderer Fotos ihres Ausflugs ins Netz.

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