Steckt auch das BKA im NSU-Sumpf?

Das BKA soll die Bundespolizei aufgefordert haben, Daten vom Handy des mutmaßlichen NSU-Helfers André E. zu löschen

Die Bild-Zeitung klärt derzeit nicht nur die verdächtigen Vernetzungen des Bundespräsidenten Wulff, sondern hat jetzt auch eine brisante Entdeckung gemacht. Das Bundeskriminalamt (BKA) scheint nach Informationen von Bild am Sonntag (BamS) wichtige Daten vom Handy des mutmaßlichen NSU-Unterstützers André E. gelöscht zu haben, obwohl diese mindestens bis zum Ende des Verfahrens aufbewahrt werden müssten. Der Neonazi André E. soll u.a. das NSU-Bekennervideo hergestellt haben.

BamS verweist auf eine Email von einer BKA-Mitarbeiterin an einen Bundespolizisten, in der dieser aufgefordert wurde, die Daten vom Handy, das das BKA der Bundespolizei nach der Festnahme von André E. zur Auswertung übergeben hatte. Die BKA-Angestellte schrieb laut Bild: "Ich habe die Daten auf unserer Seite gesichert, du kannst die bitte löschen."

Ein BKA-Sprecher bestätigte die Löschung mit einer sehr verquer anmutenden Argumentation: "Um in diesem sensiblen Verfahren eine Dislozierung der vorhandenen Asservate in verschiedenen Behörden zu vermeiden, wurde seitens BKA die Bundespolizei gebeten, als Kopie vorhandene Handy-Daten zu vernichten."

Das lässt die Vermutung entstehen, dass in diesem Fall, in dem die Sicherheitsbehörden sowieso auf höchst dubiose Weise verwickelt zu sein scheinen und nicht nur unfähig waren, möglicherweise auch das BKA, nicht nur der Verfassungsschutz, Informanten decken und damit sich selbst schützen will. Das Bundesinnenministerium ist von dem Vorgang offensichtlich nicht angetan und hat eine "umfassende Erklärung" angeordnet.

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