Strom aus Atomkraft zu teuer für General Electric

Der große Ausrüster von Atomkraftwerken setzt auf eine Mischung aus Wind-, Gas- und Solarstrom

"Es ist schwierig die Kernkraft zu rechtfertigen, wirklich schwierig." Diese erstaunlichen Worte stammen nicht von einem Atomkraftgegner, sondern vom Chef von General Electric (GE). Es ist einer der größten Konzerne weltweit, der in der Vergangenheit reichlich an Atomkraftwerken verdient hat. "Erdgas und Wind stehen heute im Vordergrund", sagte Jeffrey Immelt der Financial Times () Wind und Gas seien "dauerhaft billig", weshalb die meisten Länder ihre Stromerzeugung auf eine Mischung auf Basis von Gas und Wind, aber auch auf Solarenergie ausrichten werden, sagte der GE-Konzernchef voraus.

Ständig würden neu Gasvorkommen gefunden, bemerkte er, "und irgendwann kann man die wirtschaftliche Seite einfach nicht mehr ignorieren". Letztlich macht er deutlich, dass Strom aus Atomkraftwerken nur über staatliche Subventionen billig gehalten werden kann. Für Immelt spielt neben den sinkenden Preise für erneuerbare Energien auf dem weltweiten Energiemarkt aber auch der Super-Gau in Fukushima eine bedeutsame Rolle bei der Umorientierung.

Die havarierten Meiler in Fukushima stammen von General Electric und deren Notkühlprobleme sind seit Jahrzehnten bekannt. In Europa ist zum Beispiel in Spanien ein baugleicher Meiler sogar noch am Netz, der sogar die 40 Jahre Laufzeit überschritten hat, für die er ausgelegt war. Die Betriebsgenehmigung soll gegen jede Vernunft nun sogar bis 2019 verlängert werden.

Mit seinen Worten macht nun Immelt deutlich, dass sogar für den Atomkraftwerksbauer die gefährlichen Meiler Auslaufmodelle sind. Die vor allem von Frankreich erhoffte Renaissance der Atomkraft ist insgesamt längst zum Rohrkrepierer geworden. Beim Bau des geplanten Erfolgsmodells eines Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) sorgen Probleme nicht nur für Verzögerungen, sondern die Kosten steigen und steigen. Statt der geplanten drei Milliarden Euro kostet dieser erste EPR schon etwa 6 Milliarden. Die Fertigstellung von Olkiluoto 3 verzögert sich zudem immer weiter. Eigentlich sollte der Reaktor schon 2009 Strom produzieren. Doch die Inbetriebnahme wird ständig verschoben und nun soll der EPR nicht einmal 2014 ans Netz gehen. Beim Bau im französischen Flamanville sieht es nicht anders aus.

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