Studentenproteste

Unterstützung vom größten Berufsverband für Architekten und Ingenieure.

Die neuerlichen Proteste der Studentenschaften finden auch Widerhall bei den Berufsverbänden. Am 14.11.2009 verabschiedete die NRW-Landesverbandstagung des größten Berufsverbandes für Architekten und Ingeniere, dem "Bund Deutscher Baumeister – Architekten und Ingenieure (BDB)" einstimmig eine Resolution zur Unterstützung der Studentenproteste. In der Resolution unterstützt der BDB ausdrücklich die Ziele der Proteste und begrüßt das Engagement der Studierenden.

Die Einführung von Bachelorstudiengängen als berufsqualifizierenden Abschluss in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen nach insgesamt sechs Semestern wertet der BDB als Rückschritt. Seit der Einführung von Fachhochschulen setzte sich der Verband für mindestens acht Semester in den angebotenen Studiengängen ein. Der BDB sieht sich in einer besonderen Verantwortung seinen Studenten gegenüber und fordert deshalb weiterhin ein mindestens achtsemestriges Studium für die Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen.

Schon in der Resolution des Baumeistertages 2003 in Hamburg setzte sich der BDB bundesweit dafür ein, dass Studierende eine qualifizierte Hochschulausbildung erhalten, die auch den Anforderungen an eine akademische Ausbildung gerecht wird. Das heißt: breite Grundlagenausbildung, ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis, kein hochverdichtetes verschultes Kurzzeitstudium.

Das in Deutschland vergebene Diplom an Hochschulen für die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen sieht der BDB in Europa und weltweit als berufsqualifizierenden Abschluss anerkannt und plädiert nachdrücklich für dessen Erhalt.

Bereits anlässlich der Kultusministerkonferenz (KMK) am 15.10.2009 hatte der BDB-Präsident Hans Georg Wagner gefordert, endlich "Nägel mit Köpfen" zu machen und den notwendigen radikalen Reformschritt bei den neuen Abschlüssen Bachelor und Master zu gehen, die Kurzstudiengänge durch mindestens achtsemestrige Studiengänge zu ersetzen und auch an dem international anerkannten Abschluss "Diplom-Ingenieur" festzuhalten.

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