Studie: Erhöhtes Krebsrisiko bei intensiver Nutzung von Handys

Studienergebnisse sind anfechtbar, Ohrenwechsel schadet aber auf keinen Fall

Das Mobiltelefon ist das absolute Gerät sine qua non des modernen Menschen, der damit auf dem Bürgersteig tausende Kilometer weit hören und zugleich neben ihm flanierende Zeitgenossen mit Gesprächsfetzen aus einem Paralleluniversum mörderisch erschrecken kann. "Was hast du gesagt??? Du weißt doch, was passiert, wenn ich wütend werde".

Nun bestätigt eine Studie von Wissenschaftlern aus Israel, die aktuell in der Zeitschrift American Journal of Epidemiology erscheint, was Eltern und Freunde von Vieltelefonierern ängstigt und womit Traditionalisten gerne drohen: Dass die häufige Nutzung des Mobiltelefons das Risiko einer Krebserkrankung erhöht.

Um beachtliche beinahe 50 Prozent soll sich das Risiko für einen Speicheldrüsenkrebs bei jenen erhöht haben, deren Ohren 22 Stunden im Monat am Mobiltelefon hängen, fanden Dr. Sigal Sadetzki et al. vom medizinischen Chaim Sheba Medical Center in Ramat Gan. Nach dem AFP-Pressebericht, der einen Zeitungsbericht von Yediot Aharonot zitiert, soll das Risiko steigen, wenn das Telefon immer ans selbe Ohr gehalten wird, oder der Telefonierer auf dem Land wohnt ("rural areas").

Die letztgenannte Kategorie, die nicht so recht zu erklären vermag, weshalb sie speziell für den Speicheldrüsen-Krebs bei Handyintensivnutzern verantwortlich sein soll, verweist wahrscheinlich auf Spezifikationen der Untersuchungsgruppe, die dann für solche Korrelationen verantwortlich sind: 402 Versuchspersonen mit gutartigen Geschwüren und 58 mit bösartigen Tumoren wurden von den Onkologen-Forschern zwischen 2001 und 2003 untersucht.

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