Studie: Zusammenhang zwischen Medienkonsum als Jugendlicher und Entwicklung von Depressionen

Nach einer Langzeitstudie steigt offenbar das Risiko, depressive Symptome zu entwickeln, vor allem mit dem Fernsehkonsum an.

Depressionen beginnen oft im Teenager- oder im frühen Erwachsenenalter. Wissenschaftler der University of Pittsburgh School of Medicine haben in einer Langzeitstudie entdeckt, dass die Entwicklung von Depressionen bei Erwachsenen neben vielen anderen Ursachen auch etwas mit häufigen Medienkonsum als Jugendliche zu tun haben könnte.

Die Wissenschaftler konnten Daten von mehr als 4000 Jugendlichen auswerten, die zu Beginn der Langzeitstudie im Jahr 1995 noch keine Zeichen von Depressionen zeigten und auch nach ihrem Medienkonsum befragt wurden. Internet und DVDs gab es noch nicht, die Jugendlichen konsumierten täglich durchschnittlich 5,68 Stunden Medien – 2,3 Stunden TV, 0,62 Stunden Videokassetten, 0,41 Stunden Computerspiele und 2,34 Stunden Radio. Sieben Jahre später wurden die nun durchschnittlich 21,8 Jahre alten Menschen erneut untersucht.

308 (7,4%) zeigten Symptome der Depression, so die Wissenschaftler in ihrem Artikel, der in den Archives of General Psychiatry erschienen ist. Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, steige signifikant mit jeder weiteren Stunde des Fernsehkonsums an. Keine Beziehung zwischen Depression und Medienkonsum wurde bei Videokassetten, Radio und Computerspielen entdeckt.

Bei derselben Länge des Medienkonsums sind Mädchen nach der Studie weniger gefährdet als Jungen. Medien können, vermuten die Wissenschaftler, die Entwicklung einer Depression auf unterschiedliche Weisen fördern. Die Zeit, die Kinder und Jugendliche mit Medien verbringen, geht ihnen für andere soziale, sportliche oder intellektuelle Beschäftigungen ab. Möglicherweise schlafen sie weniger oder unruhiger, was die geistige und emotionale Entwicklung stören könnte. Die Medieninhalte könnten auch Aggression oder Angst verstärken.

Das sind alles nur Vermutungen, und natürlich könnten zur Depression neigende Jugendliche auch eher in den Medienkonsum flüchten. Psychiater und Ärzte, die Jugendliche betreuen,so die Empfehlung, sollten Eltern auch stets nach dem Medienkonsum fragen. Dann könnte man frühzeitig nach depressiven Symptomen schauen und die Jugendlichen anregen, sich Aktivitäten zuzuwenden, die soziale Beziehungen und das Gefühl der Selbstkontrolle stärken, um so Abwehrmechanismen gegen die depression aufzubauen.

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