Sturm-Update: "Sebastian" und seine asiatischen Kumpel

"José" am 12. September bei den Bahamas. Bild: NASA Goddard MODIS Rapid Response Team

Während hierzulande ein Orkan über den Norden zieht, sind in anderen Gegenden mehrere tropische Wirbelwinde aktiv

Stürme ohne Ende. "Irma" hat sich gerade verabschiedet und "José" zieht, wie berichtet, noch seine Kreise, wird aber wohl nach aktuellem Stand an der US-Ostküste keinen Schaden anrichten. Derweil werden große Teile Mitteleuropas und Skandinaviens zur Zeit vom Orkantief "Sebastian" durchgeschüttelt.

Hierzulande sind insbesondere die Küstenregionen stark betroffen. Das Zentrum des Sturms ist von England kommend über die südliche Nordsee gezogen und verlagert sich weiter über Dänemark zur Ostsee. Insbesondere Süddeutschland muss mit starken Niederschlägen rechnen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass selbst dort, wo der Sturm keine volle Orkanstärke erreicht, noch Bäume entwurzelt werden können. Da diese noch Laub tragen, sind die wirkenden Kräfte deutlich stärker, als es im Herbst oder Winter der Fall wäre.

Auch sonst ist in aller Welt einiges los. Die Seite des Severe Weather Information Center der Weltmeteorologie Organisation WMO zeigt neben "José" noch drei weitere tropische Zyklonen. Über dem östlichen Pazifik zieht gerade vor der mexikanischen Küste die tropische Depression "15e" aufs Meer hinaus. Da sie relativ schwach ist, hat man ihr keinen Namen gegeben. Auf Land wird sie wohl nicht treffen. Auf der anderen Seite des Pazifiks treiben Taifun "Talim" und Tropensturm "Doksuri" ihr Unwesen. Ein Taifun ist das gleiche wie ein Hurrikan.

Die Vorhersagekarte des Hongkonger Wetterdienstes zeigt am Mittwochnachmittag (MESZ), dass "Doksuri" eventuell die südchinesische Insel Hainan streifen könnte und dann aber auf jeden Fall auf das vietnamesische Festland treffen wird. Nach den derzeitigen Vorhersagen wird er sich bis dahin zu einem schweren Taifun gemausert haben.

Im westlichen Pazifik gilt als tropischer Sturm ein großer Wirbel mit nachhaltigen Windgeschwindigkeiten zwischen 62 und 88 Kilometern pro Stunde. Bis 117 ist von einem schweren tropischen Sturm die Rede und darüber bis 149 Kilometer pro Stunde von einem Taifun. Zum Vergleich: Der DWD warnt derzeit vor Orkanböen von über 120 Kilometer pro Stunde, das sind allerdings nur Böen, keine länger anhaltenden (nachhaltigen) Winde.

Von einem schweren Taifun wird nach der unter anderem von den Hongkonger Meteorologen veröffentlichten Definition gesprochen, wenn es nachhaltig, das heißt, über zehn Minuten gemittelt, im Zentrum des Sturms mit 150 bis 184 Kilometer pro Stunde bläst. Alles was darüber liegt, wird Super-Taifun genannt. In einzelnen Böen können übrigens kurzzeitig bei allen Kategorien immer auch stärkere Winde auftreten.

Oder mit anderen Worten: In Vietnam muss man sich am Freitag auf einiges gefasst machen. Ebenso zum Wochenende in Japan. Taifun "Talim" wir am Donnerstag nördlich von Taiwan erst nach Nordnordost und dann nach Nordost abdrehen und schließlich auf den Süden des Landes der aufgehenden Sonne treffen. Beim ersten Landkontakt wird er voraussichtlich noch Taifun-Stärke haben und sich dann leicht zum schweren Tropensturm abschwächen. Wie es im Augenblick aussieht, könnte der Großraum Osaka, in dem 17,5 Millionen Menschen leben, besonders betroffen sein.

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