Stuttgart 21: Tiefer, später, teurer

Stuttgart 21; Tunnel Bad Cannstatt und Feuerbach. Aufnahme vom 5.1.2018. Bild:
Mussklprozz/CC BY-SA-4.0

Die Kosten der Ewig-Baustelle im Herzen der Landeshauptstadt steigen immer weiter

Der Spiegel will erfahren haben, dass der Bahnvorstand von einer weiteren Kostensteigerung bei seinem Skandal-Bau Stuttgart 21 ausgeht. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird der alte Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt. Geplant sind unter anderem abschüssige Bahnsteige und eine voraussichtliche Verminderung der Kapazität. Die Tunnelbauten werden zum Teil durch interessante geologische Formationen getrieben, die bei Wasserkontakt aufquellen.

Das alles wollte sich (und vor allem andere) die Bahn zuletzt 7,7 Milliarden Euro kosten lassen. Jetzt geht man laut Spiegel eher von 8,2 Milliarden aus. Der Bundesrechnungshof war bereits 2016 von bis zu neun Milliarden Euro Kosten ausgegangen und hatte mangelnde Transparenz und Kontrolle durch den Bundestag beklagt.

Ähnlich wie beim Hauptstadtflughafen BER steigen außerdem nicht nur die Kosten immer weiter. Auch die Bauzeit wird immer länger. Der Termin für die geplante Fertigstellung wird laut Spiegel um ein weiteres Jahr nach hinten auf 2025 verschoben. Offiziell werden die Daten voraussichtlich am heutigen Freitag anlässlich einer Sondersitzung des Aufsichtsrats der DB AG in Berlin bekannt gegeben.

Der Bau ist seit vielen Jahren hochumstritten. Im Winter 2010/2011 erschütterte der Widerstand gegen ihn kurzzeitig die ganze Republik und leitete den Niedergang der baden-württembergischen CDU ein. Bei massiven und illegalen Polizeieinsätzen gegen friedfertige Demonstranten kam es zu Schwerverletzten. Eine trickreich formulierte landesweite Volksabstimmung konnte dem Widerstand schließlich die Spitze nehmen.

Um den Widerspruch zum Bau ist es seit dem stiller geworden, doch das liegt eher an der Gewichtung der Medien in der Wahl ihrer Themen. Die in der Schwabenmetropole nicht seltenen Gegner des Bauvorhabens hatten Mitte Januar 2018 ihre 400. Montagsdemonstration veranstaltet. Nach Angaben der Veranstalter gab es 4000 Teilnehmer.

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