Suchen Hartz-IV-Empfänger aktiv nach Arbeit?

Nach einer Umfrage der Bundesagentur für Arbeit herrschen Vorurteile gegenüber Hartz-IV-Empfängern in der Bevölkerung

Hartz IV ist vor allem Instrument, um Vorurteile zu bestärken. Das scheint das Ergebnis einer Umfrage zu sein, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) durchgeführt hat.

37 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass diejenigen, die Hartz IV beanspruchen, nicht arbeiten wollen. Nach Erhebungen der BA sei allerdings für 75 Prozent der Hartz-IV-Empfänger "Arbeit das Wichtigste im Leben". Mehr als 70 Prozent wären auch bereit, Jobs anzunehmen, für die sie überqualifiziert sind. Dagegen meinen 57 Prozent der von Allensbach Befragten, die Hartz-IV-Empfänger seien zu wählerisch. 55 Prozent sind der Ansicht, dass sie nichts Sinnvolles zu tun haben und nur die Zeit tot schlagen, aktiv nach Arbeit würden sie nicht suchen, meinen ebenso viele. 37 Prozent sind der Meinung, dass sie gar nicht arbeiten wollen.

Dass sie nichts Sinnvolles zu tun haben, sagt allerdings auch die Hälfte derjenigen, die mit ALG II-Beziehern im Haushalt oder im näheren Bekanntenkreis leben. Personen mit Leistungsbeziehern im Haushalt oder im näheren Bekanntenkreis sind allerdings offenbar aus eigener Erfahrung oder durch eigene Vorurteile kritischer. Aus dieser Gruppe sagt die Hälfte, die Hartz-IV-Bezieher würden nicht aktiv nach Arbeit suchen und nur die Zeit totschlagen. Trotzdem sagen nur 30 Prozent, sie würden nicht arbeiten wollen.

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA, interpretiert das Ergebnis der Umfrage so: "Die Allensbach-Umfrage zeigt, dass sich in der Bevölkerung Irrtümer gegenüber Hartz IV-Empfängern leider hartnäckig halten. Der vermeintliche Makel "Hartz IV" und die damit verbundenen Vorbehalte gegenüber Arbeitsuchenden erschwert die Vermittlung ins Berufsleben erheblich. Natürlich haben wir in der Grundsicherung nicht nur Olympioniken. Es sind Menschen mit Brüchen in der Erwerbsbiografie, mit Ecken und Kanten. Aber genau das kann sie auch interessant für Unternehmen machen. Der Großteil von ihnen ist hoch motiviert und verdient eine zweite Chance. Ziel muss es daher sein, diese Vorurteile abzubauen und über die Potenziale von Langzeitarbeitslosen aufzuklären."

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