Szenarien des Internationalen Klimafolgenrates IPCC rechnen schön

Die angenommenen Energieeffizienzsteigerungen gibt es nicht.

Die angenommenen Energieeffizienzsteigerungen gibt es nicht. Die Sachstandsberichte des Klimafolgenrates IPCC gelten als die Instanz in Sachen seriöse Prognosen des Klimawandels. In der aktuellen Ausgabe von "Nature" stellen Roger Pielke von der Universität von Colorado, US-Atmosphärenforscher Tom Wigley und der kanadische Ökonom Christopher Green die These auf, der Wirtschaftsboom in Fernost mache alle bisherigen Szenarien obsolet. Der Grund: "Alle Szenarien unterstellen, dass die globale Energieerzeugung immer effizienter wird. Allein durch den technischen Fortschritt gehen die CO2-Emissionen laufend zurück. Aber das ist eine irreführende Annahme! Diese Effizienz-Steigerung gab es zuletzt gar nicht mehr."

Die Autoren kritisieren, dass die IPCC-Szenarien davon ausgehen, dass -je nach Szenario - 57 bis 96 Prozent der vom IPCC prognostizierten CO2-Einsparungen bei der Energiegewinnung auf effektivere Technik zurückgehen sollen. Diese vorausgesetzten Reduktionen sollten dazu beitragen, das Ziel einer Stabilisierung der CO2-Werte bei 500 parts per million ppm (heutiger Stand: 390 ppm) zu erreichen. Zwar veröffentlichte der IPCC erst 2007 seinen letzten Report (davor 2001). Die zugrunde liegenden Szenarien für die künftige Entwicklung von Bevölkerung und Ökonomie seien aber nicht erneuert worden und stammten noch aus dem Jahr 2000. Darin liege das Problem, denn seit diesem Jahrzehnt werde Energieerzeugung durch die wirtschaftlichen Umwälzungen in den Schwellenländern nicht mehr automatisch CO2 effizienter.

In den Szenarien des IPCC steigert Asien seinen CO2-Ausstoß jährlich um maximal fünf Prozent. In der Realität nehmen die CO2-Emissionen zur Zeit dagegen zweistellig zu, weil der wachsende Energiebedarf vor allem durch neue Kohlekraftwerke gedeckt wird. Die Energieversorgung erfolgt hier nicht mit innovativen Techniken sondern mit Veralteten - das ist keine Innovation, sondern Rückschritt in Sachen Energieeffizienz. Nach Ansicht der Autoren macht der Wirtschaftsboom in Asien so alle Effizienz-Steigerungen in den entwickelten Industriestaaten zu nichte.

Der IPCC reagierte bereits auf die Kritik und beschwichtigt, es sei nicht wahrscheinlich anzunehmen, das Wirtschaftswachstum in China und Indien würde Jahrzehnte so weitergehen. Vielmehr zeige die Erfahrung, dass besonders dynamisch wachsende Wirtschaften auch technische Innovationen schneller umsetzen. Dennoch geht auch der IPCC davon aus, dass die Datengrundlage aktualisiert werden muß. Ab heute wird es deshalb ein IPCC-Treffen in Budapest geben in dem diskutiert werden soll wie die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen der Schwellenländer und die verstärkte Nutzung von Biomasse in kommenden Klima-Szenarien berücksichtigt werden können.

Bild: Für die IPCC-Szenarien berücksichtigte Regelkreise

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