Tage des Zorns in Bahrain

Polizei ist angeblich für tödliche Schüsse auf Demonstranten verantwortlich

In der bahrainischen Haupstadt Manama versammelt sich eine größere Menschenmenge um das dortige Wahrzeichen „Pearl Roundabout“. Laut Maryam Alkhawaja, vom Bahrain Centre for Human Rights, skandieren die Demonstranten, dass man weitermache „bis das Regime stürzt“. Die Lage in Manama ist eskaliert, nachdem heute morgen tödliche Schüsse auf einen Trauerzug abgegeben wurden, der einem Todesopfer bei den gestrigen Demonstrationen galt, die als „Tag des Zorns“ proklamiert war.

Al-Jazeera, das von Demonstranten dazu aufgefordert wird, über die "Bahraini uprising" zu berichten, bezichtigt die Polizei äußerst harten Vorgehens gegen den Protest und berichtet von Schüssen:

"Police fired on the protesters this morning, but they showed very strong resistance."

Für das Bahrain Centre for Human Rights steht dagegen fest, dass es die Polizei war:

“CONFIRMED: Fadhel Ali AlMatrook killed by bird shot used by police this morning at the funeral of the 1st martyr“

Das bahrainische Innenministerium wird vom arabischen TV-Sender mit dem Statement zitiert, wonach einige der Teilnehmer des Trauerzugs mit einer Sicherheitseinheit kollidierten. Als Reaktion auf die Vorgänge hat die schiitische Partei Al-Wefaq die Tätigkeit ihrer Abgeordneten im Parlament eingestellt.

"This is the first step. We want to see dialogue."

König Hamad bin Isa al-Khalifa beeilte sich, in einem „seltenen Fernsehauftritt“ die Lage mit Kondolenz-Beteuerungen und Versprechen auf einen „unaufhaltsamen Wandel“ im Königreich zu beruhigen. Äußerungen, die auf Twitter zu lesen sind, ergeben einen gegenteiligen Eindruck. Fotos zeigen, dass Männer wie Frauen an der Demonstration teilnehmen, und bestätigen Aussagen, wonach die Proteste nicht von spezifischen Interessen bestimmter Bevölkerungsgruppen motiviert seien. Bahrain war in den letzten Jahren immer wieder Schauplatz von meist sehr schnell unterdrückten Protesten der Schiiten, die sich politisch unterrepräsentiert fühlen.

Die USA dürften die Entwicklungen in Bahrain mit verstärkter Aufmerksamkeit beobachten – die Navy unterhält dort einen wichtigen Stützpunkt:

“Bahrain is home to the U.S. Navy’s Fifth Fleet, allowing the United States to station 15 warships, including an aircraft battle group, in the very heart of the Persian Gulf.“

Formel1-Mogul Brian Ecclestone macht sich Sorgen um den Grand Prix in Bahrain, der für den 15. März angesetzt ist.

Anzeige