Taliban verbrennen Handys und Computer

Zuvor hatten sie den Bewohnern des Städtchens Wana in Süd-Waziristan verboten, Filme zu schauen und Musik zu hören

Fraktionen der Taliban versuchen erneut, in Süd-Waziristan den fundamentalistischen religiösen Lebensstil durchzusetzen, dem sie bereits Afghanistan unterwarfen, als sie dort noch an der Macht waren. Wie die pakistische Zeitung The International News berichtete, beschlagnahmten am vergangenen Sonntag Mitglieder einer Taliban-Gruppe an die 300 Handys und einige Computer von den Menschen in dem kleinen pakistanischen Städtchen Wana, dem Verwaltungszentrum des Stammesgebiets, und verbrannten diese. Dutzende von bewaffneten Militanten seien durch den Basar gezogen und hätten Fahrzeuge nach Handys durchsucht

Zuvor hatten die Taliban Flugblätter verteilt und Handys mit einer Kamera verboten, weil damit Obszönes und Vulgäres verbreitet würde. Die jungen Menschen in Wana und den umgebenden Dörfern hätten die Handys dazu missbraucht, weswegen die Stammesmitglieder aufgefordert waren, deren Verwendung zu unterbinden. Zuvor hatten sie bereits das Anschauen von Filmen und das Hören von Musik verboten. Und weil manche Menschen ihre Computer nutzten, um Filme und Musik zu konsumieren, hätten sie eingefreifen müssen, gibt die Zeitung die Taliban wieder. Angekündigt haben die Taliban, auch in Zukunft Handys und Computer zu zerstören und die "Übeltäter" hart zu bestrafen.

Die Aktion hat aber offenbar bei der Bevölkerung keinen Anklang gefunden. Am Montag gingen pakistanische Soldaten zum Gegenangriff über und sperrten die Stadt ab. Mit Kampfhubschraubern suchten sie überdies die Umgebung ab und beschossen die Verstecke von Militanten, die angeblich Widerstand leisteten. Dabei nahmen sie acht, teils schwer verletzte Angehörige der Taliban-Gruppe fest.

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