Treibhausgasemissionen mit Rekordsteigerung

Internationale Energieagentur warnt vor "business as usual"-Weg; das Ziel, die Erderwärmung bei höchstens 2 Grad zu halten, werde utopisch

Der Anstieg der Treibhausgasemission fiel im vergangenen Jahr größer aus als erwartet. Die Steigerung von 1,6 Gigatonnen gegenüber 2009 bedeute einen Rekord, den man angesichts der nur nur allmählichen Erholung der Weltwirtschaft so nicht erwartet hätte, zitiert der Guardian Einschätzungen der Internationalen Energieagentur ( IEA). Die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen betrug 2010 nach Schätzungen der IEA 30,6 Gigatonnen. Die Zahlen stammen angeblich aus dem jüngsten Bericht der Agentur.

Deren Chefökonom, Fatih Birol, Herausgeber des jährlich im November erscheinenden World Energy Outlook, spricht angesichts der neuen Schätzungen davon, dass damit das Ziel, die Erderwärmung unter der gefährlichen Schwelle von 2 Grad zu halten, "utopisch" sei. Der minimale Effekt, den die Weltwirtschaftskrise, anders als vorausgesagt, auf die Emissionen hatte, rücke das Klimaziel in weite Ferne.

2009 wurde noch ein Rückgang der Treibhausgasemissionen notiert, von 29,3 Gigatonnen auf 29. Für 2010 sei nur ein leichter Anstieg prognostiziert worden. Würde der Anstoge von 2010 auf 2011 genau so hoch ausfallen, dann erreiche man die Marke von 32 Gigatonnen, die man eigentlich erst 2020 überschreiten wollte, schon in diesem Jahr.

Die Entwicklung zeige, dass man sich auf dem "business as usual"-Weg befinde. Was künftige Emissionen anbelangt, so zeichnet Birol entsprechend düstere Aussichten. Er spricht von einer 50 prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis 2100 sogar um 4 Grad erhöhen könnte - mit entsprechend katastrophalen Folgen.

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