Trinkbrunnen und Monitoring

Neben der Spur

Social Media und ein Medium für Soziales sind zwei Dinge. Nur mal so zwischendurch.

Ja, die Party für Facebook geht nun erst so richtig los. Die Aktie geht durch die Decke (was mehr in bezug auf den Wert gemeint ist, noch können Aktien nicht laufen), weil der Umsatz in einem Quartal um 63 Prozent gewachsen ist. Und 750 Millionen Nutzer sind regelmäßig darin zu finden. 1.2 Milliarden Facebook-Accounts gibt es übrigens.

Also ist die Aktie jetzt 62 US-Dollar wert. Bei einem Ausgabekurs von 38 US-Dollar und einem (Zwischen)Tief von 18 US-Dollar ist das schon ganz ordentlich.

Aber das passiert alles nicht, weil immer mehr Menschen miteinander immer mehr Partybilder tauschen. Das passiert, weil sich die Plattform wandelt. Ab heute soll es Paper von Facebook geben. Eine App, die das Storytelling in den Vordergrund heben soll. Natürlich ist die "eigene Story" die wichtigste. Klar. Allerdings werden auch Medienhäuser stark vertreten sein. Und Werbung platzieren. Denn um zielgerichtete Werbung geht es bei Facebook. Damit ist Geld zu verdienen. Deshalb entsteht inzwischen eine Kakophonie aus Updates und gesponsorten Beiträgen auf der Timeline, die absurde Blüten trägt. So hat mir neulich ein kürzlich verstorbener Freund eine Seite auf Facebook ... empfohlen.

OK. 750 Millionen von 1.2 Milliarden Accounts sind hier aktiv. Im Himmel werden sie wohl kein Internet haben.

Facebook und Twitter sind Neue Medien. Die Party ist für die beiden Hauptpfeiler der Social-Media-Welle noch lange nicht vorbei. Sie geht jetzt anders weiter, bietet eher neue Analytics Tools für Werbekunden an und wird sich kommerzialisieren.

Das ist jetzt hoffentlich keine Überraschung. Und am Rand werden wir schon ab und zu noch unsere eigenen kleinen sozialen Austauschereien platzieren dürfen. So ist es ja nun auch wieder nicht.

Vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen möchte ich aber auf ein nettes kleines Projekt hinweisen, das Social Urban Zone durch Spenden am Leben erhält. Den Trinkbrunnen in Zürich Leutschenbach. Dort kann man sich einen Becher Heißgetränk kostenlos ziehen, wenn man an einer Social Corner vorbei kommt. 12.000 Becher hat der Automat bisher in etwa einem halben Jahr ausgepuckt. Damit man mal stehenbleiben und plaudern kann.

Das hat etwas von einem Medium für Soziales. Das andere ist ein Börsengang. "Social" heißt ja auch nicht "sozial".

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