Trumps Neuer: Nicht viel am Hut mit Klimaschutz

Bild: epa.gov

Trumps neuer Chef der Umweltbehörde EPA hat immerhin schon mal vom Klimawandel gehört. Massive Proteste gegen Trumps Amtseinführung geplant

Wenn am morgigen Sonnabend in Washington mit einem "Protestmarsch der Frauen" auf die heutige Amtseinführung Donald Trumps als neuen US-Präsidenten geantwortet wird – 200.000 Teilnehmerinnen werden erwartet –, wird auch das Women's Earth & Climate Action Network (WECAN) dabei sein. Ebenso bei einigen der zahlreichen ähnlichen Ereignisse, die im ganzen Land geplant sind oder bereits stattfanden. (Ähnliche Märsche gab oder gibt es zum Beispiel in New York, San Francisco, Seattle, Chicago, Boston, Miami, New Orleans und auch in anderen Ländern. Eine Übersichtskarte zeigt über hundert geplante Aktionen in vielen Teilen der Welt.)

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"Frauen für Klimagerechtigkeit" nennt sich die Aktion innerhalb der Aktion, heißt es in einer Presseerklärung der Organisatorinnen. Frauen seien sehr besorgt über die sich beschleunigenden Auswirkungen des Klimawandels und die Implikationen einer US-Regierung, die fossile Energieträger, Bergbau, Rassismus, frömmelnde Intoleranz und sexistische Unterdrückung fördern wolle.

"Wir wollen klar machen, dass wir auch weiter für Frauenrechte, für Gerechtigkeit unter den Rassen, für die Rechte der Einwanderer und für Umweltgerechtigkeit kämpfen wollen", meint Osprey Orielle Lake, eine der Organisatorinnen und Direktorin von WECAN. Und weiter: "Wir sind nicht aufzuhalten."

Derweil hat in Washington das große Stühlerücken begonnen. Zum neuen Chef der einflussreichen Environmental Protection Agency (EPA), der Umweltschutzagentur, will Trump Scott Pruitt machen, der zuvor als Staatsanwalt von Oklahoma durch eine besonders freundliche Politik gegenüber der Industrie aufgefallen ist. Was von ihm zu erwarten ist, machte er im Mai 2016 in einem Essay deutlich, in dem er als Staatsanwalt einige demokratische Amtskollegen anderer Bundesstaaten angriff.

Deren Bemühungen, Ölgesellschaften wegen des Vorwurfs zu verfolgen, wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel aus den eigenen Häusern unterdrückt und Aktionäre und Öffentlichkeit diesbezüglich belogen zu haben (siehe u.a. Die Ölindustrie und die Klimaforschung), kritisierte er scharf und in unglaublich verdrehter Demagogie als Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Immerhin widerspricht Pruitt inzwischen, wie USA Today berichtet, seinem künftigen Chef, der den Klimawandel eine Ente genannt hat. Zur Einsicht durchringen, dass dieser von den durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Treibhausgasen verursacht wird, und die USA daher die Emissionen reduzieren müssen, konnte er sich jedoch noch nicht. Man darf gespannt sein, was das für die künftige EPA-Politik heißen wird. Unter anderem ist damit zu rechnen, dass die in Obamas zweiter Amtszeit stark verschärften Auflagen für Kohlekraftwerke wieder gelockert werden.

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