Türkei schafft Kopftuchverbot in Schulen ab

Dafür sind Schminke, Haarefärben oder Tätowierungen verboten

Die Islamisierung der Türkei geht unter den AKP weiter. Die Regierung hatte kürzlich angekündigt, den Drogenkonsum im Land in wenigen Jahren auszurotten. Drogenhändler gelten als Terroristen. Werbung für Alkohol ist bereits verboten, Geschäfte dürfen abends keinen Alkohol mehr verkaufen.

In einem Dekret wurde nun das Kopftuchverbot für Schülerinnen ab der fünften Klasse aufgehoben.Normalerweise sind die Mädchen dann 10 Jahre alt. Nur Mädchen in der Vorschule oder in der Primärschule dürfen weiterhin kein Kopftuch tragen.

Auch sonst gibt es genaue Anweisungen, wie Schüler zur Schule kommen müssen. Immerhin müssen die Gesichter zu sehen sein. Schals, Hüte, Taschen oder ähnliches dürfen keine politischen Symbole, Bilder oder Texte zeigen. Verboten ist, die Haare zu färben, sich zu schminken oder Tätowierungen oder Piercings zu haben. Erwünscht ist aber auch, dass die männlichen Schüler rasiert kommen, Schnauzbärte oder überhaupt Bärte, wie sie Salafisten gerne haben, sind verboten.

Eğitim-Bir-Sen, ein konservative Lehrerverband, der die Abschaffung des Kopftuchverbots an Schulen gefordert hatte, nutzt die Gunst der Stunde, um gleich einmal die Abschaffung von gemischten Klassen zu verlangen. Der Zwang zu gemischten Schulen sei nicht demokratisch.

Überdies wird ein Ende des Verbots von Kopftüchern für Staatsangestellte verlangt. Dafür wurden in einer Petition mehr als 12 Millionen Stimmen gesammelt. Immerhin tritt man bei den Männern für eine Lockerung der Bekleidungsvorschriften an. Die sollen nicht mehr gezwungen sein, eine Krawatte zu tragen.