Türkei will drei Atomkraftwerke bauen

Türkisches Parlament hat ein Gesetz zum Bau von Atomkraftwerken verabschiedet.

Das türkische Parlament hat heute nach einer langen und hitzigen Debatte ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Planung für das erste Kernkraftwerk im Land begonnen werden kann. Das Energieministerium wird durch das Gesetz, dem nun noch Präsident Gül zustimmen muss, beauftragt, die Ausschreibung für den Bau des AKWs fertig zustellen sowie Entscheidungen zu Größe und Ort zu fällen. Sezer, der Vorgänger von Gül im Präsidentenamt, hatte gegen das Atomgesetz sein Veto eingelegt. In die neue Fassung wurden einige Veränderungen aufgenommen. So muss der Betreiber auch wieder für den Abbau des Kraftwerks sorgen und sich verpflichten, den gesamten Strom an den staatliche Energiekonzern TETAS zu liefer.

Die türkische Regierung will bis 2012 drei Kernkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 5.000 MW in Betrieb nehmen, um für Energiesicherheit zu sorgen und die Abhängigkeit vom Ausland zu reduzieren. Aufgrund geringer Niederschläge war der Strom in Teilen der Türkei in diesem Sommer knapp. Das Land verfügt über keine nennenswerten Öl- oder Gasvorräte. Kritiker warnen allerdings vor dem Bau von AKWs auch deswegen, weil weite des Landes erdbebengefährdet ist. Bereits 2000 wurde der Plan aufgegeben, in Akkuyu an der Mittelmeerküste ein AKW zu bauen, da es zu nahe an einer Bruchfläche gewesen wäre.

Befürworter der Atomtechnik weisen auch darauf hin, dass die Türkei gegenüber dem Iran nicht ins Hintertreffen geraten dürfe. Im Militär meint man etwa, dass auch die Türkei Atomwaffen brauche, wenn der Iran tatsächlich ein solches Programm verfolge.

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