Türkischer Regierungschef droht syrischen Kurden mit Intervention

Die PYD und die PPK kontrollieren die meisten Städte im kurdischen Teil Syriens, nachdem sich die Truppen des Assad-Regimes zurückgezogen haben

Die Kurden in Syrien sollen weitgehend die kurdischen Gebiete kontrollieren. Dominant scheint die kurdische Partei der Demokratischen Union PYD in Syrien zu sein, die sich nicht der syrischen Opposition angeschlossen hat, auch wenn sie für den Sturz des Assad-Regimes eintritt, und die der PKK nahesteht. Die Kurdische Arbeiterpartei ist auch in der EU als Terrororganisation gelistet und greift bislang meist von der kurdischen Region im Irak die Türkei an. Die PKK ist von ihrem ursprünglichen Ziel, einen autonomen kurdischen Staat zu verlangen, abgerückt und will nun nur noch eine autonome Region und mehr Rechte für die kurdische Sprache und Kultur.

Die türkische Regierung, die eine Verhandlungslösung mit der PKK ablehnt, ist aufgeschreckt, zumal schon die ersten PKK-Fahnen in Syrien gesichtet worden seien und syrische Grenzposten von Kurden kontrolliert werden. Die syrische Armee hat sich zurückgezogen und das Feld der PYD und dem Kurdischen Nationalrat (KNC), einem Zusammenschluss von kurdischen Organisationen und Parteien in Syrien, überlassen. Angeblich hat das Assad-Regime der PYD im vorhinein mitgeteilt, wann die Truppen zurückgezogen werden und dieser so einenn Vorteil verschafft. Beide Gruppen hatten im letzten Monat eine Kooperation vereinbart. Während der KNC Mitgliech im Syrischen Nationalrat ist, sperrt sich die PYD, weil sie diesen als zu stark türkisch beeinflusst sieht.

Der türkische Regierungschef Erdogan erklärte heute noch einmal, dass die Türkei niemals "Terroristengruppen" in Syrien erlauben würden, eine Bedrohung für das Land darzustellen: "Wir können die Zusammenarbeit der PKK mit der PYD nicht dulden", sagte er auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte Erdogan schon gewarnt, dass die Türkei nicht zögern würde, militärisch zu intervenieren, wenn von dort aus eine Bedrohung entstehen sollte. Eine Intervention sei dann das "natürliche Recht" der Türkei. Die türkische Armee greift auch die PKK in der kurdischen Region im Irak an. Am Dienstag erst wurden 15 mutmaßliche PKK-Kämpfer an der Grenze zum Irak getötet. Sie waren mit Drohnen überwacht und von Hubschraubern und Bodentruppen beschossen worden.

Anzeige