Twitter, die Nächste

Neben der Spur

Ein ganz neues Twitter soll es sein, das neue Twitter. Es soll den Tag schöner machen. So schlägt es jedenfalls das Video dazu vor.

Mit dem Erfolg kommt auch der Fluch der ewigen Updates. So hat Apple herzlich viel zu tun, alle sechs Monate Neuigkeiten zu zeigen (die aktuellen rütteln wieder an den Grundfesten der Welt und sind hier noch einmal vor dem Kauf zu bewundern). Und auch andere setzen den grossen Gong für die kleinen aber feinen Neuerungen an, die uns bei der Kundenstange halten sollen.

Twitter zum Beispiel, das seit seiner Erfindung und Lancierung 2006 einen nicht unbeträchtlichen Erfolg zu verzeichnen hat, will nun auch wieder ein bisschen besser und schöner sein. Ein Folksong mit einem emotional angehauchten Produktevideo soll die Änderungen zeigen.

Sie werden mein Leben verändern.

Links zu Grafiken und Videos öffnen nun auf der gleichen Seite, ohne dass ich Twitter verlassen muss. Und ich kann mit Tabs an der Kopfleiste direkt zu meinen Erwähnungen und Retweets gehen. Das ist zweifellos schön. Deshalb muss man aber nicht unbedingt die Abendnachrichten unterbrechen.

Vielleicht sollte man aber nicht hämisch sein. Die meisten grossen Sites im Netz scheinen ein dominantes Design erreicht zu haben, und es ist schon ein wenig schwieriger geworden, im Interface ein wirklich neues OHO auszulösen. Schliesslich darf die Oberfläche ja auch nicht komplett neu daher kommen. Sonst kennt sich keiner mehr aus und der Jammer ist gross.

Also hurtig voran in kleinen Schritten. Und so kann es auch passieren, dass epochale Neuerungen wie Google Instant Search die grosse, grosse Fanfare bekommen, weil sie bis zu drei Sekunden pro Suche sparen sollen. Die werden dann am Ende meines Lebens zusammen gezählt und hinten angehängt. Danke. Das Echo ist so gross, dass Leitmedien weltweit darüber berichten und sogar schon einzelne Sites mit Inhalten von Google,...YouTube ähnliches anbieten.

Aber ganz ehrlich. Das alles erinnert ein wenig an Waschmittel mit der ganz neuen Frischeformel. Beim ersten Mal war das schon aufregend.