US-Hubschrauber sollen syrisches Dorf angegriffen haben

Syrische Medien berichten von getöteten Zivilisten, nach israelischen Medien hat ein Pentagon-Mitarbeiter den Angriff bestätigt.

Schon länger greift das Pentagon in den pakistanischen Grenzgebieten zu Afghanistan Ziele mit bewaffneten Drohnen an. Vor kurzem soll US-Präsident Bush als oberster Kriegsherr auch die Genehmigung erteilt haben, dass US-Soldaten die Grenzen überschreiten und mutmaßliche Gegner angreifen dürfen. Das ist auch schon geschehen und hat zu ernsthaften Konflikten zwischen der sowieso instabilen Regierung Pakistans und dem Weißen Haus geführt.

Jetzt scheint die US-Regierung kurz vor der Präsidentschaftswahl noch einen weiteren Konflikt eröffnen zu wollen. Wie syrische Medien berichten, sind angeblich vier US-Hubschrauber am Sonntag um 16 Uhr 45 lokaler Zeit aus dem Irak in syrisches Gebiet eingedrungen und haben dort Ziele im Dorf Sukariya angegriffen, das einige Kilometer von der syrischen Grenze entfernt liegt.

Zwei der Hubschrauber sollen, so berichtet die syrische Nachrichtenagentur Sana, gelandet sein, denen acht Soldaten entstiegen seien. Sie sollen in ein Haus eingedrungen sein, an dem noch gebaut wurde, und dabei acht Zivilisten getötet und eine Person verletzt haben. Dabei soll es sich um Daoud Mohammad al-Abdullah und seine 4 Söhne, Ahmad Khalefa, Ali Abbas und seine Frau gehandelt haben. Dann seien die Hubschrauber wieder Richtung Irak davongeflogen.

Die syrische Regierung hat die Botschafter der USA und Iraks einbestellt, um gegen den Angriff zu protestieren. Syrien macht die USA für den Vorfall verantwortlich. Die irakische Regierung wird aufgefordert, ihrer Verantwortung nach zukommen, den gefährlichen Vorfall zu untersuchen und zu verhindern, dass der Irak benutzt wird, um Angriffe durchzuführen.

Ähnlich wie Pakistan der Vorwurf gemacht wird, dass die Stammesgebiete den Taliban und anderen Aufständischen als Rückzugsraum dienen, wurde Damaskus von der US-Regierung kritisiert, nicht genug zu tun, um zu verhindern, dass Aufständische die Grenze überschreiten. Der Großteil der Flüchtlinge aus dem Irak hat in Syrien Zuflucht gesucht. Man spricht von einem Exodus nach Syrien. Um die 1,2 Millionen Iraker leben in Syrien. Noch immer kehren nur wenige in ihr Heimatland zurück. Nach dem UN-Flüchtlingswerk UNHCR sind im August 4-5000 Iraker nach Syrien gekommen, während 2500-3000 wieder in den Irak zurückgekehrt sind. Nicht nur, dass Syrien durch die Situation im Irak eine große Last zu tragen hat, es findet eben aufgrund der Situation auch ein erheblicher Grenzverkehr statt.

Das Pentagon hat zunächst zu dem Angriff keine Stellung bezogen. Inzwischen berichten die Jerusalem Post und Haaretz, dass ein Pentagon-Sprecher, der aber anonym bleiben wollte, den Angriff bestätigt habe. Der Angriff habe sich gegen ein logistisches Netzwerk gerichtet. Es sei notwendig, dass die USA selbst intervenieren, da Syrien nichts mache. Angeblich handelt es sich um ein Netzwerk, dass Kämpfer aus Nordafrika und dem Nahen Osten nach Syrien bringt. Dort würden Teile des syrischen Militärs mit al-Qaida und anderen Aufständischen zusammenarbeiten.

Vorgeworfen wird Syrien, dass von dort sunnitische Kämpfer, aber auch Geld und Waffen kommen, um gegen die schiitisch dominierte Regierung zu kämpfen. So sind nach Angaben der irakischen Regierung erst vor kurzem sieben syrische Militante in der Nähe von Baquba festgenommen worden.