US-Kriegskosten übersteigen die Billionenmarke

Die Nichtregierungsorganisation NPP rechnet vor, wofür das Geld sonst hätte verwendet werden können

Die Kosten für die laufenden Kriege der USA haben die Marke von eine Billion US-Dollar durchbrochen. Das gab in Washington die regierungsunabhängige Organisation National Priorities Projekt (NPP) bekannt, die - ähnlich dem deutschen Bund der Steuerzahler - auf eine verantwortungsvolle Haushaltsführung achtet. Das NPP hat auf seiner Homepage einen sogenannten Kriegskostenzähler eingerichtet. "Am vergangenen Wochenende hat dieser Zähler die Billionenmarke überschritten", sagte die Direktorin des NPP, Jo Comerford, gegenüber der Presse.

In ihrer Erklärung gibt Comerford Beispiele, in welchem Maße die Kosten auf bestimmte Verwaltungsbezirke entfallen und wie das Kriegsgeld dort alternativ hätte verwendet werden können. In der Stadt Natick im Bundesstaat Massachusetts etwa haben die Steuerzahler seit Beginn der laufenden Kriege Washingtons 206,9 Millionen US-Dollar beisteuern müssen. "Anstelle einer geplanten vierprozentigen Kürzung des Budgets für Büchereien im kommenden Jahr könnte diese Stadt für diesen Betrag die Büchereiausgaben verdoppeln, und das über die kommenden 56 Jahre hinweg", schreibt Comerford.

Dem "Kriegskostenrechner" zufolge wurden für den Waffengang in Irak bislang 747,3 Milliarde US-Dollar ausgegeben, die Aufwendungen für den Feldzug in Afghanistan belaufen sich auf 299 Milliarden US-Dollar.

Der Verwaltungsbezirk Brooklyn in New York musste die beiden Kriege bislang mit neun Milliarde US-Dollar finanzieren. Für diesen Betrag könnte, so rechnet das NPP, jeder Haushalt in dem Bezirk über 19 Jahre hinweg mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden. Der letzte Zuschuss für den Afghanistan-Krieg in Höhe von 37 Milliarde US-Dollar würde genügen, um am Greenfield Community College im Bundesstaat Massachusetts alle Halb- und Vollstipendien aller Studierenden zu bezahlen - für die kommenden 762 Semester.

Das National Priorities Project mit Sitz in Massachusetts wurde 1983 gegründet.

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