US-Nachfragezuwachs ging weitgehend ins Ausland

Die US-Konjunkturpakete entfalten bislang offenbar deshalb so wenig Wirkung, weil die Gelder umgehend ins Ausland abfließen und das US-Leistungsbilanzdefizit vergrößern

Wie der US-Ökonomie-Blog Angry Bear beobachtet, kamen im 2. Quartal rund 16 Prozent aller in den USA konsumierten Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland. Der reale Konsum hatte dabei auf Jahresbasis annualisiert um 4,9 Prozent zugenommen, wobei diesem Zuwachs um 162,6 Mrd. Dollar freilich um 142,2 Mrd. Dollar höhere Importe gegenüber standen.

Statistisch wurden folglich 81,5 Prozent des Anstiegs vom Ausland geliefert, was für Angry Bear klar macht, warum die US-Konjunkturpakete bislang so wenig Wirkung entfalten - fließen die Gelder doch umgehend ins Ausland ab und vergrößern das US-Leistungsbilanzdefizit.

Grafik: Angry Bear

In der Krise waren jedoch die Exporte, die 2004 noch fast sechs Prozent der Gesamtnachfrage erreicht hatten, ähnlich stark gefallen wie die Importe. Bislang sind sie aber von ihrem Krisen-Tiefststand von 2,8 Prozent der Gesamtnachfrage im Jahr 2008 nur geringfügig auf rund 3,2 Prozent angestiegen. In der Konsequenz ist das Außendefizit der USA, das sich in der Krise mehr als halbiert hatte, wieder um rund die Hälfte angestiegen und erst mit dem jüngsten Konjunktureinbruch wieder leicht zurückgefallen.

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