US-Rezession doppelt so stark wie erwartet

Immer mehr US-Banken droht die Pleite.

Es war klar, dass nach dem Wahlsieg von Barack Obama die Stunde der Wahrheit schlägt. Denn die hatte die Bush-Regierung lange verschwiegen und so ist erst nach den Wahlen im Dezember 2008 festgestellt worden, dass die USA schon seit einem Jahr in der Rezession steckten, obwohl dies schon zuvor vermutet werden durfte. Nun wurde mitgeteilt, dass die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2008 mit 6,2 % fast doppelt so schnell geschrumpft ist, wie erwartet worden war. Massive Einbrüche waren auf allen Ebenen zu verzeichnen: Exporte, Konsum und Investitionen. Auch das Vertrauen der Verbraucher kann Obama mit dem Konjunkturpaket, das von einem Paket zur Stabilisierung des Immobilienmarkts flankiert werden soll, nicht aus dem Keller holen. Die schönen Worte, mit denen er den "Anfang vom Ende" ausmachte, ändern an realen Daten nichts. Der von der Universität Michigan berechnete Verbraucherindex blieb im Februar nahezu unverändert bei 56,6 Zählern. Er lag weiterhin nur leicht über dem 28-Jahrestief mit 55,3 Zählern vom November.

Immer finsterer wird es auch im Bankensektor. Wie erwartet leitet die US-Regierung nun die Teilverstaatlichung der Citigroup ein. Die Staatsbeteiligung an der einst weltgrößten Bank wird auf 36 % ausgeweitet. Die US-Regierung wird Vorzugsaktien in einem Wert von bis zu 25 Milliarden US-Dollar in Stammaktien umwandeln. Die "Citigroup wird eine Filiale des Finanzministeriums", wird derweil bissig US-Nothilfe-Citi-wird-Filiale-des-Finanzministeriums/480404.html: kommentiert. Zuvor musste die Bank mitteilen, dass sich die Verluste für 2008 durch weitere Wertberichtigungen auf 27,7 Milliarden Dollar erhöht haben. Allein im vierten Quartal 2008 verlor sie mehr als 8 Milliarden Dollar. Die Lage ist so schlecht, dass auch die symbolische Dividende von einem Penny pro Aktie gestrichen werden muss.

Doch die Citigroup steht nicht allein. Auch die große Bank of America wird wohl alsbald vom Finanzministerium kontrolliert. Immer mehr Banken kommen der Pleite näher. Vergangene Wochen wurde das 14. Institut in diesem Jahr geschlossen. Es handelte sich um die kleine Silver Falls Bank in Oregon, teilte die staatliche Einlagensicherung FDIC mit. Im gesamten Vorjahr schmierten 25 Geschäftsbanken in die Pleite ab. Dass es in zwei Monaten schon 14 sind, zeigt, dass sich der Trend noch verstärkt hat. Die Liste der bedrohten Banken wird immer länger. Die Zahl hat sich zum Jahresende 2008 im Vergleich zum Vorjahr mit 252 Instituten verdreifacht. Auf einer FDIC-Problemliste standen zum Ende des zweiten Quartals 2008 noch 117 Banken. Die Zahl hat sich in einem halben Jahr mehr als verdoppelt.