US-Werktätige: Zu fett und zu krank

Nur 13 Prozent der Fulltime-Angestellten sollen normalgewichtig und gesund sein, die Dicken und Kranken sollen der US-Wirtschaft mehr als 150 Milliarden Dollar schaden

Mehr Menschen in den USA - und vermutlich nicht nur dort -, könnten dicker sein, als man bislang vermutet hat. Nach einer Gallup-Studie sollen nur 13,9 Prozent der Menschen, die in den USA eine Vollzeitarbeitsstelle haben, ein normales Gewicht und keine chronische Krankheit. Ist der Mensch der Zukunft schlichtweg zu dick?

Gefragt wurden 100.000 Menschen, die Vollzeit - nach Gallup mindestens 30 Stunden wöchentlich - beschäftigt waren. Wenn die Ergebnisse stimmen, dann sind zwei Drittel der werktätigen Bevölkerung zu dick, während die Hälfte übergewichtig ist und noch dazu eine chronische Krankheit hat. Dabei sind die Angaben zu Gewicht und Körpergröße nicht wirklich verlässlich, weil die Befragten sie angegeben haben. Da die Menschen gerne ihre Größe überschätzen, während sie ihr Gewicht unterschätzen, könnte der Anteil der übergewichtigen und fettleibigen Menschen in Wirklichkeit noch höher liegen. Allerdings haben auch mehr als 14 Prozent der normalgewichtigen Menschen eine chronische Krankheit, während von den übergewichtigen oder fetten Menschen 17,9 Prozent keine haben, dafür aber 30 Prozent eine oder zwei und 17,8 Prozent unter drei oder mehr chronische Krankheiten leiden. Bei den Normalgewichtigen sind das nur 5,3 Prozent. Übergewicht ist offenbar, was auch viele andere Studien zeigen, ein klares Krankheitsrisiko.

Und weil man gerne alles Dollar hat, rechnet Gallup aus, dass die zu dicken und chronisch kranken Werktätigen der US-Wirtschaft jährlich durch zusätzliche Krankheitstage 153 Milliarden US-Dollar kosten könnten. Normalgewichtige und gesunde Werktätige gehen etwa an 4 Tagen im Jahr oder an 0,34 Tagen im Monat wegen Krankheit nicht zur Arbeit. Wenn Angestellte übergewichtig sind und eine oder zwei chronische Krankheiten haben, dann arbeiten sie aus gesundheitlichen Gründen schon an durchschnittlich 1,08 Tagen im Monat nicht. Bei den Dicken und mehrfach chronisch Erkrankten sind es 3,51 Tage pro Monat oder 42 Tage im Jahr.

Arbeitgeber, die Gallup folgen, würden also keine übergewichtigen, vor allem aber keine fettleibigen Menschen mehr einstellen, weil bei diesen das Risiko von mehr Fehltagen deutlich erhöht zu sein scheint. Fragt sich, ob Dicke, die von Unternehmen oder Behörden abgelehnt werden, dann auch wegen Diskriminierung ähnlich wie beim Geschlecht, beim Alter oder bei Behinderung klagen können? Das könnte auch die interessante Frage aufbringen, inwieweit Dicke für ihren Körper verantwortlich gemacht werden können.

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