USA: 17 Millionen Kinder nicht ausreichend ernährt

Fast die Hälfte der Babys werden in Familien geboren, die aufgrund ihres geringen Einkommens staatliche Lebensmittelprogramme in Anspruch nehmen

In den USA wächst die Abneigung gegen das Schuldenmachen, gegen Steuererhöhungen - und sei es auch nur die Besteuerung der Reichsten - und gegen den Staat. Die Wirtschaft kommt nicht in Gang, die Arbeitslosen werden nicht weniger, die Armut wächst. Auch die "Lebensmittelunsicherheit" nimmt zu, worauf die Organisation Feeding America mit einem Bericht aufmerksam machen will. In der bröckelnden Supermacht können sich immer weniger Menschen ausreichend und gesund ernähren, auch wenn das Land gleichwohl noch weit von Ländern entfernt ist, in denen lebensbedrohlicher Hunger herrscht. Immerhin aber seien 50 Millionen Amerikaner mit Lebensmittelunsicherheit konfrontiert.

Um die erwünschte Aufmerksamkeit zu erhalten, verweist die Organisation vor allem auf die Lage der Kinder, die im ganzen Land von Hunger oder eher von Mangelernährung bedroht seien. In manchen Bezirken sind es nur wenige Prozent, dafür aber etwa in den texanischen Counties Zavala oder Starr mehr als die Hälfte. In 314 Counties ist ein Drittel der Kinder mit Lebensunsicherheit konfrontiert. Ein nicht unbeträchtlicher Teil dieser Kinder würde in Haushalten leben, deren Einkommen über der Grenze für staatliche Kinderernährungsprogramme liegt.

17 Millionen Kinder seien mit Lebensmittelunsicherheit konfrontiert, ein Viertel leben allerdings in Familien, die oberhalb der Armutsgrenze liegen und daher keinen Anspruch auf Hilfe durch Lebensmittelprogramme habender Kinder nicht immer das zu essen kriegt, was für ein gesundes Leben notwendig ist. Das könnte nachhaltige Folgen haben, warnt die Organisation, schließlich könnte damit die Lernfähigkeit der Kinder und deren Umgang mit anderen Menschen beeinträchtigt werden.

Unter einem Jahreseinkommen von 41.000 US-Dollar haben Haushalte mit vier Personen oder Haushalte von Alleinerziehenden unter 20.000 einen Anspruch auf WIC, einem Lebensmittelprogramm für Frauen und Familien mit Kindern unter 5 Jahren. Über 9 Millionen nehmen das Programm in Anspruch. Dazu werden 49 Prozent der Babys in den Familien geboren, die WIC erhalten. Der im Repräsentantenhaus eingebrachte Haushaltsentwurf für 2012 sieht deutliche Einsparungen bei den staatlichen Lebensmittelprogrammen an die Armen wie WIC oder Emergency Food Assistance Program vor.