USA: Einkommenskluft vergrößert sich

Die Zahl der Armen ist von 13,2 in 2008 auf 14,3 Prozent gestiegen, ein Fünftel der KInder und Jugendlichen lebt unter der Armutsgrenze

Die Kluft zwischen Reich und Arm ist in den USA weiterhin in der Rezession gewachsen. Die 20 Prozent der reichsten Amerikaner, deren jährliches Einkommen mehr als 100.000 US-Dollar beträgt, haben nach Angaben der US-Statistikbehörde einen Anteil von 49,4 Prozent, die reichsten 5 Prozent von 21,7 Prozent am Gesamteinkommen, das ärmste Fünftel mit einem Jahreseinkommen unter 20.453 Dollar hat einen Anteil von 4,3 Prozent, das zeitärmste Fünftel hat 9,2 und das mittlere Fünftel 15 Prozent.

Wer mehr als 180.000 Dollar jährlich verdient, konnte 2009 zulegen, Familien mit einem Einkommen von unter 50.000 Dollar (der Median der Haushaltseinkommen lag 2009 bei 49.777 Dollar, 2008 noch bei 50.112) hatten geringere Einnahmen. Besonders stark wuchs die Kluft bei den jungen Erwachsenen, bei den Familien, den Schwarzen, aber auch den Weißen, und im Mittleren Westen sowie im Westen der USA. Nicht berücksichtigt werden bei dieser Statistik Kapitalgewinne, so dass in Wirklichkeit die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer ist.

Für die Statistikbehörde ist der Zuwachs der Kluft um 1,3 Prozent jedoch nach dem Gini-Index und nach den Qintilen "statistisch nicht signifikant". Der Gini-Index liegt bei 0,468, die USA haben unter den Industrieländern die größte Ungleichheit, sie ist auch größer wie in vielen anderen Ländern, in Deutschland beträgt der Gini-Index um die 0,3. Vergleicht man jedoch die reichsten 10 Prozent mit den ärmsten so ist das Einkommensverhältnis von 10.42 (1999) auf 11.36 (2009) gewachsen. Die Einkommen des ärmsten Zehntels sind in dieser Zeit um 9 Prozent, die des 5. Zehntels um 5 Prozent gesunken. Bei den Reicheren hat sich hingegen wenig verändert, sie blieben mithin von der Rezession unberührt.

Das dürfte Obamas Plan, die von Bush geplanten Steuerkürzungen für die Reichsten Ende des Jahres auslaufen zu lassen, dafür aber bei denjenigen, die mehr als 250.000 Dollar jährlich einnehmen, die Steuern zu erhöhen, entgegen kommen, auch wenn die Mehrheit der republikanischen Wähler ein Einkommen von 250.000 bei Ehepaaren nicht als Reichtum betrachtet.

Das Pro-Kopf-Einkommen für die gesamte Bevölkerung ist um 1,2 Prozent gesunken. Die Zahl der Armen ist von 13,2 Prozent in 2008 auf 14,3 Prozent gestiegen, die höchste Zahl seit 1994. Damit gelten mehr als 43 Millionen als arm, so viel wie noch nie seit Beginn der Schätzungen vor 51 Jahren. Angestiegen ist vor allem wieder die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die arm sind. 20,7 Prozent lebten 2009 unter der Armutsgrenze.

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