USA: Hohe Nachfrage nach asiatischen Eizellspenderinnen

Thomas Pany

Der der "wilde Wilde Westen der Reproduktionsmedizin" - Kliniken zahlen Preise weit über 10.000 Dollar pro Spende

Das deutschen Embryonenschutzgesetz verbietet die Eizellspende; das Urteil des Europäischen Menschenrechts-Gerichtshofes Anfang November letzten Jahres bekräftigte die geltende Rechtssprechung. Paare, die sich ihren Kinderwunsch mit dieser Möglichkeit der Reproduktionsmedizin erfüllen wollen, weichen auf Behandlungen im Ausland aus.

Die Chancen, dass ein Kind geboren wird, werden unterschiedlich angegeben; auf Reproduktionsmedizin spezialisierte Kliniken werben mit hohen Erfolgsquoten; die Zahlen für Schwangerschaften, die aus der Spende folgen, werden in den USA mit Werten zwischen 45 Prozent und 70 Prozent angegeben. Dazu kommt das Risiko von Früh-und Spätaborten; nach Schätzungen liegt die Zahl der Frauen, die kein lebendiges Kind gebären, zwischen 15 und 20 Prozent.

Mit der Zahl derer, die, vor allem in den westlichen Industrieländern ihren Kinderwunsch einer längeren Hochschulausbildung und einigen Berufsjahren hintangestellt haben, wächst auch die Zahl der Paare, die auf reproduktionsmedizinische Hilfe hoffen, dazu kommen gleichgeschlechtliche Paare, die sich ebenfalls den Wunsch einer Familie mit Kindern erfüllen wollen - der Markt wächst und entwickelt, wie die Los Angeles Times aus den USA berichtet, Nachfragephänomene, die vor einer Generation noch in einem Sci-Fi-Drehbuch zu lesen waren und heute in der Tageszeitung.

In den USA seien Eizellspenden von Frauen asiatischer Herkunft besonders begehrt, meldet die LA-Times: "Die gleichen Marktkräfte, die den Preis von Baumwolle, Kuper und anderen Güter bestimmen - Angebot unmd Nachfrage -, gestattten es asiatischen Frauen, zwischen 10.000 und 20.000 Dollar für ihre Eizellspenden zu verlangen." Die Preise würden sich noch beträchtlich erhöhen, wenn die Spenderin 100prozentig Chinesin sei, hochintelligent und sie einen Hochschulabschluss, z.B. in Mathematik habe, heißt es.

"Wie finde ich asiatische Eizellspenderinnen? Indem ich mehr Geld biete", wird ein Anwalt zitiert, Besitzer eines Unternehmens, das Kunden und Spender vermittelt. "Ich habe Verträge gesehen, bei denen Spender zwischen 50.000 und 100.000 Dollar bekamen." Der Eizell-Markt sei der „wilde Wilde Westen der Reproduktionsmedizin“.

Frauen anderer ethnischer Herkunft bekommen weitaus weniger Geld, gewöhnlich um die 6.000 Dollar pro Spende. Erklärt wird dies damit, dass die Zahl der asiatischen Einwanderer gestiegen sei, dass es unter ihnen eine kulturell bedingte Abneigung gegen Adaption gebe, die Nachfrage hoch sei, aber zugleich das Angebot niedrig: Viele eingewanderte Asiatinnen, vor allem aus China, seien gut ausgebildet, mit Hochschulabschluss, und häufig finanziell abgesichert, so würden sie die lukrativen Angebote für Spenderinnen nicht reizen. Der außerordentliche Anstieg der Nachfrage in diesem Jahr wird auch damit begründet, dass 2012 da chinesische Jahr des Drachens sei, ein Glücksjahr. Um das Angebot zu verbessern, plant eine Agentur nun, Frauen aus China und Japan einzufliegen.

"There is no doubt we'll have an Asian couple later who will pick the eggs we have frozen."

Zwar sei der Verkauf von Eizellen laut Anwälten legal, trotzdem sind die Vermittler vorsichtig; offiziell wird nicht Geld für die Eizellen bezahlt, sondern für Zeitaufwand, Mühe und Schmerzen. Die Zeitung zitiert dazu eine Dozentin für Bioethik:

"A poor black woman or a poor Hispanic woman doesn't suffer less than someone who is Asian or Jewish or a Stanford graduate. The fact that we think of these gametes as having particular worth depending on race and class is really one of the starkest examples of how capitalism has entered the market in human parts."