USA: Mehr als 1 Million Fälle von Schweinegrippe

Nach dem CDC ist die Zahl der bestätigten Fälle nur die Spitze des Eisbergs.

Die WHO berichtet, dass es seit Ausbruch der Grippeepidemie mit dem Virus A(H1N1) mittlerweile 60.000 gemeldete Fälle. Gestorben sind an der weiterhin milden Schweinegrippe 263 Menschen.

Am stärksten von der am 11. Juni zur Pandemie erklärten Schweinegrippe betroffen sind die USA. Am 15. April gab es hier den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Erreger der Schweinegrippe A(H1N1), bis zum 26. Juni wurden nach Angaben der CDC 27.717 Menschen erfasst, die höchstwahrscheinlich eine Infektion hatten oder haben, gestorben daran sind 127 Menschen.

Doch die wirkliche Zahl der Infektionen soll weitaus höher liegen, sagt Anne Schuchat, Direktorin der Abteilung für Atemwegserkrankungen an den Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Man könne nicht jeden Fall verfolgen, zudem könne nur ein Bruchteil der Infektionen gestetst werden. Vermutlich seien bereits eine Million Menschen in den USA infiziert. Jede Woche würden Tausende weitere infiziert, obgleich die Grippesaison bereits vorüber ist. Die Schätzung wurde auf der Grundlage von Tests und Umfragen in New York und anderen Orten errechnet.

Herausgestellt hat sich aber auch, dass Schweinegrippe weiterhin relativ harmlos ist. Der Median der Infizierten liegt bei 19 Jahren, bei den Todesfällen bei 37 Jahren, bei den meisten kam die Infektion zu anderen Gefährdungen oder Grunderkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Asthma hinzu.

In Deutschland ist nach dem Robert Koch Institut die Zahl der bestätigten Fälle seit Ende April auf 358 gestiegen. In der Regel sind auch hier die Krankheiten mild verlaufen, einen Todesfall gab es noch nicht. Es müsse aber mit weiteren Infektionen gerechnet werden, da der Virus nicht nur eingeschleppt wird, sondern Ansteckungen auch vermehrt hier geschehen – und sich besondern unter Kindern und Jugendlichen schnell verbreiten können. Das Institut empfiehlt als Schutzmaßnahme häufiges Händewaschen und das Husten in den Ärmel statt in die Hand.

Auf der südlichen Erdkugel, wo jetzt Winter und daher Grippesaison ist, könnte sich die Schweinegrippe schneller verbreiten. In Australien, Chile und Argentinien steigt bereits die Zahl der Infizierten.