USA: Millionäre beziehen Arbeitslosengeld

Ein Blick in die Moral der reichen Schichten

Auch wer reich ist, schaut auf jeden Cent, zumal er vom Staat kommt und er einem zukommt. Da geniert man sich ebenso wenig, wie wenn es um große Abfindungen und Rentenansprüche geht, selbst wenn man als Manager sein Unternehmen in die Pleite geführt hat.

Was Bloomberg News aus den Daten des U.S. Internal Revenue Service, der Steuerbehörde der USA, herausgefunden hat, legt ein bezeichnendes Licht auf die Einstellung von Teilen der einkommensstarken Schichten, die sich nicht genieren, ohne Not die Allgemeinheit auszubeuten. So haben 2008, für 2009 liegen noch keine Daten vor, nach der Finanzkrise eine steigende Zahl von Arbeitslosen Arbeitslosengeld erhalten, darunter auch 2.840 Haushalte, die nach ihren Angaben in diesem Jahr mehr als 1 Million US-Dollar an Einkommen erzielt haben. 806 Haushalte hatten Einkommen über 2 Millionen und 17 mit Einkommen über 10 Millionen. Und mehr als 8.000 Haushalte, die ein Jahreseinkommen von mehr als einer halben Million hatten, bezogen ebenfalls Arbeitslosengeld, insgesamt in Höhe von mehr als 52 Millionen.

Diese Haushalte haben also zu ihren Einkommen noch insgesamt 18,6 Millionen an Arbeitslosengeld bezogen, das in den USA von den Bundesstaaten bis zu 26 Wochen gezahlt wird. Durchschnittlich gibt es wöchentlich 300 US-Dollar aus Steuergeldern, unabhängig vom Einkommen. Wer seinen Job verliert, kann also Arbeitslosengeld beantragen und erhält es auch, selbst wenn er Millionär ist. Natürlich ist es das Recht eines jeden Reichen, bei Verlust eines Jobs, Arbeitslosengeld zu beziehen, moralisch sollte man allerdings gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise, der galoppierenden Staatsverschuldung und steigenden Armut nicht ohne Not in Anspruch nehmen, was andere viel notwendiger brauchen. Mag sein, dass man auch eher zur Klasse der Gutverdiener und Reichen aufsteigt, wenn man alles mitnimmt, was nur irgendwie geht.

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