USA: Religionskampf auf den Straßen

Auf Bussen und Taxis wird für den Islam geworben, während die lauter gewordenen Islamgegner eine Gegenkampagne gestartet haben

Obgleich sich jüngst in einer Umfrage die US-Amerikaner im Gegensatz zu den Europäern mehrheitlich gegen ein Burka-Verbot aussprachen, wächst auch in den USA, wo weitaus weniger Muslime als in vielen europäischen Ländern leben, die antiislamische Stimmung. Schwung hatte sie bekommen, nachdem die Pläne bekannt wurden, ausgerechnet auf Ground Zero eine große, 15-stöckige Moschee zu bauen, und zuvor mehrere Muslime verhaftet wurden, die Anschläge geplant haben sollen.

Anzeige

Anfang Juni nahmen einige Tausend Menschen an einer Demonstration gegen die Moschee teil. Für den 11.9. ist ein weiterer Protest geplant. Verstärkt wird nun die Bewegung, hinter der auch viele Republikaner wie Sarah Palin oder Newt Gingrich stehen, durch die Entscheidung der jüdischen Organisation Anti-Defamation League ( ADL), sich auch gegen den Bau der Moschee am Ground Zero einzusetzen, während sich die Stadt unter Bürgermeister Bloomberg im Zeichen der in den USA hoch angesetzten Religionsfreiheit noch für den Bau ausspricht. ADL, die den Kampf gegen "anti-Semitism, bigotry and extremism" auf ihre Fahnen gesetzt hat, kommt wegen der Entscheidung, sich den "Fanatikern" anzuschließen, unter Kritik.

Befürchtet wird nun nicht mehr nur der von Islamisten ausgehende Terrorismus, geschürt werden wie hierzulande Ängste vor einer angeblichen Islamisierung des Landes. So wird beispielsweise in Analogie von Eurabia auch schon mal von New Yorkistan gesprochen, besonders an Plänen für den Bau von Moscheen entzünden sich die Ressentiments. Wie in New York stellen die vornehmlich aus dem rechtsnationalistischen Lager kommenden Islamgegner, die natürlich Geert Wilders und ähnliche Gruppen in Europa schätzen und wohl auch Barack Obama wie Pamela Geller, die Frontfrau von Stop Islamization of America, nicht nur wegen seiner "liberalen" Politik, sondern auch wegen seiner Hautfarbe geißeln, die Anhänger der ungeliebten Religion auch schon mal als "Suprematisten" dar, um sie so als Rassisten zu stilisieren, was allerdings wegen Geistesverwandtschaft der vorwiegend von Stereotypen getriebenen Islamgegner mit den weißen Suprematisten nahe liegt.

leaveislam.jpg
Islamgegner wollen die Intoleranz und Gewalttätigkeit der Religion herausstellen

Wie der Christian Monitor nun berichtet, wird der Streit zunehmend nicht nur mit Demonstrationen, sondern auch mit Werbung auf Bussen und Taxis ausgetragen. Danach hat die muslimische Gruppe Gain Peace - through Islam, um neue Gläubige zu werben, vor zwei Jahren Busse mit der Aufschrift: "The way of life of Adam, Noah, Abraham, Moses, Jesus and Muhammad. Islam. Got questions? Get answers." fahren lassen.

Das brachte die Anhänger von Stop Islamization of America (SIOA), die auch in Deutschland im entsprechenden Umfeld agieren, dazu, den Slogan, der den Islam als Krönung der biblischen Geschichte feiert, zu kopieren: "Fatwa on your head? Is your family or community threatening you? Leaving Islam? Got questions? Get answers!" Das soll nur zur "Verteidigung der Religionsfreiheit" und zur Hilfe von Ex-Muslimen gedacht sein, versichert Pamela Geller, soll aber natürlich die Gewalttätigkeit des Islam beschwören, was auf RefugeFromIslam.com auch ganz deutlich wird. Geller und Co. berufen sich auch darauf, dass letztes Jahr im Rahmen der Meinungsfreiheit Atheisten auf Bussen ihre Slogans gegen die Religion ("Don't believe in God? You're not alone.") anbringen durften. Auf Taxis wird auch mit einem Bild von einer jungen Frau mit dem Text geworben: "Honour Killing Victim - Is Your Family Threatening You?"

gainpeace.jpg
Muslims werben Anhänger

Angeblich nicht als Reaktion auf die SIOA-Kampagne, die nun auch in Kalifornien gestartet ist, hat die New Yorker Ahmadiyya Muslim Community nun eine Buswerbung mit dem Slogan: //www.muslimsforpeace.org/. Im Rahmen der Kampagne wird der Terrorismus verurteilt, bekennt man sich zur Heimat USA und tritt für die Trennung von Staat und Kirche ein.

Anzeige
Anzeige