Überwachung von Aliens eingestellt

Im Pleitestaat Kalifornien wurde dem Allen Telescope Array des SETI-Instituts der Geldhahn zugedreht, nun hofft man auf Spender und Sponsoren

Das große Projekt, nach Hinweisen von extraterrestrischer Intelligenz da draußen im Weltraum zu suchen, ist schon lange finanziell klein gehalten worden. SETI ist zwar immer wieder ein interessantes Thema und lädt zu Science-Fiction-Überlegungen ein, aber offensichtlich ist es für staatliche Institutionen von bestenfalls geringem Interesse, zumal wenn es keine "Erfolge" gibt, die Erwartungen schüren.

So wurde das speziell für SETI errichtete Allen Telescope Array (ATA) des kalifornischen SETI-Projekts und des Radio Astronomy Laboratory und University of California in Berkeley am Hat Creek Radio Observatory (HCRO) auf Eis gelegt. Im Pleitestaat Kalifornien ist das Geld knapp, was auch für die National Science Foundation zutrifft, die Zuwendungen zur Universität stark herunterkürzte. Da Geld von privaten Spendern nicht in ausreichendem Maße kommt, wird nun vorerst nicht mehr nach Alien-Signalen gesucht. Jährlich seien mindestens 2,5 Millionen US-Dollar notwendig, um ATA zu betreiben und die damit verbundene wissenschaftliche Arbeit zu finanzieren. Bis Anfang der 1990er Jahre war die SETI-Suche noch von der Nasa gefördert worden. 1993 hat der Kongress entschieden, dass keine Regierungsgelder mehr in SETI-Projekte fließen sollen.

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ATA-Teleskope. Bild: Seth Shosthek/SETI

Bislang suchten 42 Schüsseln, die vor allem mit einer 11-Millionen-Spende des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen finanziert wurden, 24 Stunden am Tag den Weltraum nach Signalen ab, geplant war der Ausbau auf ein Netz von 350 Teleskopen. Das dürfte, kommt nicht ein großer Sponsor, nun vorerst Zukunftsmusik bleiben, sollte SETI überhaupt gerettet werden. Das Institut ruft verzweifelt zu Spenden auf.

Für Seth Shostak, seit Jahren führend an der SETI-Forschung beteiligt, ist die Abschaltung von ATA vergleichbar damit, als hätte man die Armada von Columbus kurz nach der Ausfahrt von Cadiz befohlen, wieder nach Spanien zurückzukehren. Die Suche nach Radiosignalen im Universum würde jeden Bürger nur mit ein paar Cents jährlich belasten. Auf dem Spiel stehe, dass man nun die erste Generation sei, die eine Technik besitzt, mit der man nach Mitbewohnern im All suchen kann: "Wir können niemals beweisen, dass wir nicht alleine im Universum sind. Aber das Allen Telescope Array könnte beweisen, dass wir es nicht sind." Ob das die Menschen überzeugt?

Das SETI-Institut will nun mangels öffentlicher Gelder attraktiver für Spender werden und versucht gleichzeitig, mit der US-Luftwaffe, die auch für den Weltraum zuständig ist, eine Kooperation zu entwickeln. Das ATA könnte dazu dienen, den Weltraum zu beobachten und Weltraumschrott zu identifizieren. Einige Projekte laufen erst einmal weiter, beispielsweise die Entwicklung neuer Suchalgorithmen oder das offene SetiQuest-Projekt zur Entwicklung von Programmen und Algorithmen.

Anspruchsvoll dürfte das Ziel sein, für die nächsten zwei Jahre 5 Millionen Dollar an Spenden zu erhalten, um die Teleskope auf die 1.235 Kandidaten für Exoplaneten zu richten, die von der Kepler-Mission bislang aufgespürt worden. Das wäre, so Tom Pierson, der Leiter des SETI-Instituts, eine wunderbare Gelegenheit für eine grundlegende Veränderung der SETI-Suche, da man die Instrumente damit auf bekannte Planetengruppen und nicht mehr nur auf Sterne richtet, von denen man nicht weiß, ob sie von Planeten umkreist werden oder nicht.

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