Umfrage in den USA: Erstmals deutliche Mehrheit für Legalisierung von Cannabis

Vermutlich hat die Legalisierung in Washington und Colorado im letzten Jahr eine Bresche geschlagen

Ende 2012 haben die Bürger der US-Bundesstaaten Colorado und Washington mehrheitlich dafür gestimmt, den Konsum von Cannabis, dessen Herstellung und den Handel zu legalisieren. Reguliert wird Cannabis seitdem wie andere Genussmittel, also wie Zigaretten oder Alkohol. Die Abgabe an Minderjährige ist ebenso verboten wie etwa der Handel von nicht-lizenzierten Akteuren. Die US-Regierung, die weiterhin am "war on drugs" im In- und Ausland festhält, will erst einmal nicht dagegen vorgehen, behält sich diesen Schritt aber vor.

Die Amerikaner scheinen aber an der neuen Freizügigkeit Gefallen gefunden zu haben, ab November 2012 stieg die Zustimmung drastisch an, vielleicht nachdem klar wurde, dass in Washington und Colorado kein Chaos ausgebrochen ist. Nach einer Gallup-Umfrage sagen nun 58 Prozent der Amerikaner, dass Cannabis legalisiert werden sollte. Das sei das erste Mal, dass es eine deutliche Mehrheit dafür gibt. 1969 hatte Gallup zum ersten Mal danach gefragt. Damals sprachen sich lediglich 12 Prozent für eine Legalisierung aus.

In den 1970er Jahren ist die Zahl der Befürworter auf 28 Prozent geklettert. Dann veränderte sich lange nichts mehr in der Haltung der Menschen. Ab 2000 stieg die Zustimmung zur Legalisierung aber kontinuierlich an, während die Gegner immer weniger wurden. Hat da die Bush-Präsidentschaft oder gar der Krieg gegen den Terror eine Bresche geschlagen, der den "Krieg gegen die Drogen" ablöste? Allerdings ist die Mehrheit der republikanischen Wähler weiter gegen eine Legalisierung. Auch die Über-65-Jährigen sind noch mehrheitlich dagegen, aber der Wunsch nach einer Aufrechterhaltung des Verbots dürfte mit den Alten aussterben, wie es aussieht. Bei den 18-29-Jährigen sprechen sich bereits 67 Prozent für eine Legalisierung aus. Dabei sprechen sich nicht nur diejenigen für eine Legalisierung aus, die bereits Cannabis konsumiert haben. Das haben nach einer anderen Umfrage nur 38 Prozent gemacht.

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