Und jetzt alle

Acapela verspricht einen Ausweg von unendlich langen Videocalls. So recht will ich mir das aber noch nicht vorstellen können

Ich gebe ja zu, ich kann mir einfach immer noch nicht vorstellen, wie Acapela denn nun wirklich funktionieren soll. Aus der Beschreibung von Techcrunch bin ich nicht ganz schlau geworden. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen. Nur so viel ist mir klar. Die Gründer des Startups haben ein wenig die Schnauze voll von ewigen Videocalls und wollen die einfacher, effizienter machen. Und wie, das erschließt sich mir nicht ganz, auch wenn ich die üblichen Buzzwords gelesen habe. Also soll KI drin vorkommen und automatische Zusammenfassungen. Und dass asynchron die einzelnen Kalender der Teilnehmer integriert werden.

Also muss ich mir das im Wesentlichen so vorstellen, dass einer eine Videokonferenz anfängt und ein Statement ablässt, dann können die anderen wie in einem Chat darauf antworten (Was sie eh könnten, wenn einfach alle online blieben). Und nach einer gewissen Zeit kommt der nächste, und am Ende wird alles mittels KI zusammengefasst?

Das erinnert mich an einen alten Trappistenwitz.

Im Kloster darf je ein Mönch einmal im Jahr etwas sagen. Mönch 1 ist an der Reihe, steht auf und sagt: Dieses ewige Kohlgemüse bei jeder Mittagsmahlzeit geht mir auf die Nerven. Dann setzt er sich. Mönch 2 steht im nächsten Jahr auf und sagt: Also ich mag Kohl gerne. Im Jahr 3 erhebt sich Mönch 3 und meint: Dieses ewige Gelabere über Kohl geht mir langsam auf die Nerven.

So in etwa? Dann könnte das ja ganz unterhaltsam sein mit Acapela. Und es ist in etwas das, was man nun auch von Adobe vorgeführt bekommt, wo man grässlich unbegabte Tänzer per Software und KI (natürlich) am Takt ausrichtet.

Ehrlich gesagt halte ich das für die bessere Methode, denn anstatt die ewigen gleichen und furchtbaren Schnitzer vom Chef im Videocall ertragen zu müssen, sie dann auch noch auf den Tag verteilt abzukriegen, wäre es schon mal ein Ansatz, den Beitrag an sich ein bisschen aufzupeppen. Und sei es auch nur mit einem automatisch eingepassten "oh yeah" alle 5 Minuten. Oder man rafft die langatmige Einführung des Teamleiters zusammen in ein "Lasst uns loslegen, ihr Bratzen". Das weckt und strafft die Agenda auch.

Ich mag Kohl übrigens auch sehr gerne.